9. Kenia


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2017



November 2015

Neues aus Kenia


Die Nicht-Regierungsorganisation Mount Kenya Integrated Development Organisation (MKICDO) in Kenia hat sich die Herstellung und Verbreitung von angepassten Technologien zum Ziel gesetzt. Die Organisation wird von den L-H-L Mitgliedern Ingelore Kahrens und Hans-Georg Klaphake betreut. Sie machen regelmäßig Besuche vor Ort.

Von April bis Juli 2013 wurde in Kiini in der östlichen Mount Kenia Region mit Unterstützung der Bingo Umweltstiftung Niedersachsen eine Holz- und Metallwerkstatt gebaut und eingerichtet. Bereits im August führte H-G Klaphake dort einen Trainingskurs zum Bau von Solarboxkochern durch. Bereits im Januar 2014 kam er wieder zu einem Folgekurs, in dem auch Solartrockner hergestellt wurden.



Muffins backen im Solarboxkocher Mangos trocknen im Solartunneltrockner

Angeregt durch die jährlichen L-H-L Seminare wuchs auch das Interesse am Bau von Pyrolysekochern. I.Kahrens besuchte im Juli 2014 ein Projekt in Westkenia, in dem diese Kocher gebaut und Briketts aus Wasserhyazinthen zur Gewinnung von Pflanzenkohle hergestellt wurden. Einen der Kocher nahm sie mit zur MKICDO nach Kiini und führte ihn vor.

 

Der Pyrolysekocher wird vor der Kiini Werkstatt getestet.

Nun plant MKICDO den Bau einer Berufsfachschule als Erweiterung der Kiini Werkstatt. Für die Durchführung des Projektes konnte das County Government der Tharaka Nithi Region gewonnen werden. Sie haben Land zur Verfügung gestellt, werden Personal einstellen und bezahlen und bei Bedarf finanzielle Unterstützung geben. Das BMZ hat den Förderantrag für das Projekt bewilligt und wird einen Großteil der Kosten übernehmen.

Eine ausführliche Dokumentation mit Fotos zur Entstehung von MKICDO und ihren vielfältigen Projekten ist auf meinem (I.Kahrens) Blog (in Englisch) zu finden.

H.G. Klaphake hat seine Berichte auf unserer Spendenseite bei betterplace eingestellt.




Dezember 2014


Mount Kenya Energy Project

Unser Vorhaben, die  Menschen am Mount Kenia beim Einstieg in die Nutzung der erneuerbaren Energien zu unterstützen, entwickelt sich erfreulich. Wir konnten im Januar Handwerker in einem Solarkocherbaukurs weiterschulen und ihnen u.a. zeigen, wie eine Qualitätssicherung erfolgen muß.

Mit diesen Handwerkern haben wir Solartunneltrockner an mehreren Bananenplantagen aufgebaut, wo jetzt Bananen, Mangos usw. haltbar gemacht und verkauft werden können.

Der Verkauf der Kocher verläuft nur schleppend, was im hohen Preis begründet ist, wie I. Kahrens im Juli erfahren musste. Viele Frauen fragten nach preisgünstigen Kochern, und dem wollen wir jetzt nachkommen. Einfachere Solarkocher,  holzsparende, energieeffiziente Kocher und Pyrolysekocher werden wir anbieten und dazu Handwerker schulen und Frauengruppen in der Handhabung unterweisen.

Die Arbeit der Gaketha-Frauengruppe leistet gute Arbeit in der Verbreitung  von Kochkörben und holzsparenden Herden. Die Arbeit in der Baumschule ruht zurzeit. Ein Projekt in Gemüseanbau mit künstlicher Bewässerung  ist in Planung.
Aus dem LHL-Weihnachtsrundbrief 2014


Hier weitere Infos zum Kenia-Projekt:



Februar 2014

Die nächsten Schritte am Mount Kenya mit dem Lazola-Kocher

Das Projekt in dem kenianischen Ort Ga­ketha an den Hängen des MOUNT KENIA entwickelt sich rapide. Soeben ist Hans-Georg Klaphake von einem vierwöchigen Aufenthalt bei dem Verein  Mount Kenia In­tegrated Community Development Organisa­tion  wohlbehalten zurückgekehrt.  Er kam mit der erfreulichen Nachricht zurück, dass der Gouverneur in der Region zugesagt hat, dass alle Materialien, die für den Bau der Solarko­cher vom Typ LAZOLA und der solaren Trockner benötigt werden, zollfrei importiert werden können.  H.-G. Klaphake führte mit den Handwerkern weitere Schulungen im Bau der Lazola-Herde durch und entwickelte einen Qualitätsstandard für die Herde. Das Interesse in der Region ist sehr groß, aber der Preis von  € 140 für einen vor Ort pro­duzierten Herd ist noch zu hoch.  Man ist auf der Suche nach einem Mikro-Kredit-Pro­gramm und nach weiteren Finanzierungs­möglichkeiten.

Die Entwicklungen in Gaketha  finden zu­nehmend das Interesse der Landesregierung. So sollen die Krankenstationen und andere öffentliche Gebäude jetzt mit thermischen Sonnenkollektoren versorgt werden. H-G-. Klaphake ist dabei um Hilfe  gebeten wor­den.  Es sollen jetzt Experten über den Se­nior Expert Service vermittelt werden. Ein zweites innovatives Projekt in Gaketha  war der Bau von zwei solaren Trocknern. Diese einfache Konservierungsmethode kann hel­fen, eines der größten Probleme der Vorrats­haltung zu lösen. (LHL-Rundbrief Februar 2014)



November 2013

Kenia

Im Rahmen unseres Mount Kenia Projektes haben wir im Oktober 2012 die NRO Mount Kenya Integrated Community Development Organisation (MKICDO) gegründet.

MKICDO hat sich als eines ihrer Ziele die Verbreitung von Solarkochern gesetzt. Der von Jo Hasler entwickelte Lazola Solar Boxkocher fand im Juli 2012 bei meinem Besuch großen Anklang. Daher beschlossen wir, einheimische Handwerker im Bau dieser Kocher auszubilden.

Da der Trainingskurs nicht wie geplant im Murugi Youth Training Centre in Chogoria stattfinden konnte, beschloss der MKICDO Vorstand im April 2013, eine eigene Trainingswerkstatt zu bauen. Dieses Vorhaben wurde innerhalb der nächsten drei Monate unter enormem Kraft- und Zeitaufwand aller Beteiligten und mit Hilfe von Spenden realisiert.


Kursteilnehmer mit Lazola Solar-Boxkochern vor der neuen Werkstatt

Im August flogen Hans-Georg Klaphake und Marek Senicky, ein Metallfachmann, nach Kenia, um den Kurs durchzuführen. Materialien und Hilfsmittel für den Bau der Kocher nahmen die beiden mit. Den größten Teil der Maschinen, Werkzeuge und Materialien kauften sie jedoch in Kenia. Für die Finanzierung der Anschaffungen und der Durchführung des Kurses bewilligte uns die Bingo-Umweltstiftung einen Zuschuss. In der ersten Woche mussten noch Werktische, Regale, eine Abkantbank und eine Tafelblechschere gebaut werden. In den nächsten drei Wochen fand das Training mit 12 Teilnehmern statt, und Solarkocher wurden hergestellt.

Nach Abschluss des Trainings sollen in der Werkstatt mit einigen der Kursteilnehmer weitere Solarkocher gebaut werden. Nun muss sich MKICDO auf die Vermarktung der Kocher konzentrieren. Die Kauffinanzierung soll in erster Linie über Kleinkredite mit Hilfe der Sparclubs bestehender Frauengruppen erfolgen. Wir möchten aber auch „Kocher-Patenschaften“ ins Leben rufen, bei denen ein Spender 50% der Anschaffungskosten eines Solarkochers übernimmt.

Die neue Werkstatt soll in Zukunft auch für weitere Kurse (z.B. Tischlerausbildung) genutzt werden, um MKICDO ein Einkommen und Schulabgängern die Möglichkeit einer handwerklichen Ausbildung zu schaffen. Dazu benötigt die Werkstatt noch eine Hobelmaschine.        Ingelore Kahrens (Weihnachts-Rundbrief 2013)


Bericht zum Kenia-Projekt

Der Beginn des Mount Kenia Energie Projektes

Stand 24.09.2013

Im August 2009 besuchte ich in Kenia die Familie eines afrikanischen Freundes und ehemaligen Lehrerkollegen, Mugo Justus. Sie leben in dem kleinen Ort Gaketha an den Hängen des Mount Kenia an der Grenze zum Mount Kenia Regenwald. Im Ostafrika-Büro von Solar Cookers International in Nairobi hatte ich einen faltbaren Solarkocher (CooKit) und einen Passivkocher (Kochkorb) gekauft. Meine Freunde fanden die Kocher sehr nützlich und hatten die Idee, auch andere dafür zu interessieren.

Mit Unterstützung des Chiefs mobilisierten wir Vertreterinnen verschiedener Frauengruppen und luden sie zu einer Demonstration ein. Am Tag der Veranstaltung erklärten wir Funktionsweise und Vorteile von Solarkochern, Kochkörben und Energie sparenden Tonöfen (Jikos), die wir besorgt hatten. Im Küchenhaus bauten die Frauen einen Lehmofen unter einem Rauchfang und lernten die Vorzüge einer rauchfreien Küche kennen.

Im Anschluss an diese erfolgreiche Veranstaltung gründeten Frauen aus dem Ort Gaketha die Gaketha Laura Energy Saving Group. Nach meiner Abreise setzten sie die neuen Technologien ein und verbreiteten sie auch unter anderen Gruppen in der Umgebung. Mugo Justus übernahm die Rolle eines Beraters und Koordinators.

Die Gaketha Gruppe war in den folgenden Jahren sehr aktiv. Sie startete eine Baumschule, legte eine Versuchsfarm an und kaufte Milchziegen und Wassertanks für ihre Mitglieder.

Mit der Zeit wurde die Gaketha Gruppe öfter von anderen Gruppen um Rat und Hilfe gebeten. So entstand die Idee, eine Dachorganisation für die Mount Kenia Region zu gründen, in der diese Gruppen als Mitglieder eine Anlaufstelle haben sollten.

Im Oktober 2012 wurde die Mount Kenya Integrated Community Development Organisation (MKICDO) vom zuständigen Ministerium als NRO registriert.

Der Bau von Solar-Boxkochern

MKICDO hatte sich als eines ihrer Ziele die Verbreitung von Solarkochern gesetzt. Der von Jo Hasler entwickelte Lazola Solar Boxkocher, den ich im Juli 2012 bei einem meiner Besuche mit nach Kenia nahm, fand großen Anklang. Wir beschlossen, einheimische Handwerker im Bau dieser Kocher auszubilden.

In Deutschland hatte Hans-Georg Klaphake sich mit Jo Hasler in Verbindung gesetzt und Interesse gezeigt, dieses Training in Kenia durchzuführen. Er ließ sich von Jo in den Bau des Lazola Kochers einweisen und machte bei sich zu Hause eigene Versuche. Im Dezember 2012 flog er für zwei Wochen nach Kenia, um die Vorstandsmitglieder von MKICDO und die Verhältnisse vor Ort kennen zu lernen.

Der Baukurs für den Lazola Kocher war zunächst für April 2013 geplant, wurde dann aber in den August verschoben, weil von allen Beteiligten eine längere Vorbereitungszeit benötigt wurde.

Der Kurs sollte ursprünglich in dem im Bau befindlichen Murugi Youth Training Centre in Chogoria stattfinden. Da der Bau jedoch aufgrund widriger Umstände zum Stillstand kam, beschloss der MKICDO Vorstand im April 2013, eine eigene Trainingswerkstatt zu bauen. Dieses Vorhaben wurde innerhalb der nächsten drei Monate unter enormem Kraft- und Zeitaufwand aller Beteiligten und mit Hilfe von Spenden realisiert. Die Werkstatt wurde in Kiini, drei Kilometer von der Hauptstraße, auf einem Grundstück gebaut, das Mugo Justus und sein Clan uns zur Verfügung stellten. Das dortige Wohnhaus wurde als Büro hergerichtet.

Im August flog Hans-Georg Klaphake wieder nach Kenia. Er wurde begleitet von Marek Senicky, einem Metallfachmann, der ihn bei dem Training unterstützen sollte. Einige Werkzeuge, Materialien und Hilfsmittel für den Bau der Kocher nahmen die beiden aus Deutschland mit. Den größten Teil der Maschinen, Werkzeuge und Materialien kauften sie jedoch in Kenia. Für die Finanzierung dieser Anschaffungen und der Durchführung des Trainingskurses bewilligte uns die Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen einen Zuschuss. In der ersten Woche mussten noch Werktische, Regale, eine Abkantbank und eine Tafelblechschere für die Werkstatt gebaut werden. In den nächsten drei Wochen fand der Trainingskurs mit 12 Teilnehmern statt. Sie arbeiteten in Teams und bauten insgesamt 12 kleine und große Lazola Kocher. Bei einer Abschlussfeier zum Ende des Kurses erhielt jeder von ihnen eine Teilnahmeurkunde.

Nach Abschluss des Trainings sollen in der Werkstatt weitere Solarkocher gebaut werden, für die das Material schon vorhanden ist. Dazu werden einige der Kursteilnehmer angestellt. Nun muss sich MKICDO auf die Vermarktung der Kocher konzentrieren. Kochvorführungen bei zentralen Veranstaltungen und vor größeren Gruppen sind ein wichtiger Faktor. Die Kauffinanzierung soll in erster Linie über Kleinkredite durch die Sparclubs bestehender Frauengruppen erfolgen, weil Kredit gebende Institutionen recht hohe Zinsen verlangen.

Zwei Kocher wurden bereits von Gruppen bestellt.

Die neue Werkstatt soll in Zukunft auch für weitere Kurse genutzt werden, um MKICDO ein Einkommen und Schulabgängern die Möglichkeit einer handwerklichen Ausbildung zu schaffen. Der Bedarf an Ausbildungsplätzen ist in der Gegend sehr hoch. Und einige Politiker wissen dieses Angebot sehr zu schätzen. District Youth Training Officer Mrs. Karinga hat das Trainingszentrum schon zweimal besucht und MKICDO ihre Unterstützung zugesagt.

Die Senior Deputy County Commissioner hat, nachdem Mugo, Hans-Georg und Marek sie in ihrem Büro besucht und sie sich unsere Webseite angeschaut hatte, Interesse an einer Zusammenarbeit zum Ausdruck gebracht. Sie hat Mugo zur regelmäßigen Teilnahme an Treffen auf Distriktebene bestellt, auf denen die strategische Planung für die nächsten fünf Jahre vorgenommen wird.

Wir sind alle recht zufrieden mit den Ergebnissen unserer bisherigen Arbeit und vorsichtig optimistisch, dass sich unser Projekt als ganzes gut weiterentwickeln und insbesondere die Verbreitung der Lazola Solar-Boxkocher erfolgreich wird.

 Ingelore Kahrens

www.mount-kenya-energy-project.blogspot.de


August 2013:


Bericht vom Lazola-Solar-Boxkocher Projekt in Kenia



Der erste Lazola-Baukurs am Mount Kenya


Kurzbericht von H.Georg Klaphake vom 3. September 2013

Marek und ich sind seit gestern wieder zurück in Deutschland!
Die Reise ist insgesamt sehr gut verlaufen, wir haben vieles von dem umsetzen können, was wir uns vorgenommen haben!


Mugo Dauti hatte den Werkstattbau in der unglaublichen kurzen Zeit von nur fünf Wochen errichten lassen! Er konnte es selbst kaum glauben, - es sei die Herausforderung seines Lebens gewesen!


Unsere erste Woche war ausgefüllt mit Vorbereitungen auf das Training.
Viele Werkzeuge und Materialien mussten gekauft bzw bestellt werden.
Die Tische, Werkbänke haben wir mit dem Metallbauer vor Ort beplant, sie wurden am Ende der Woche per Motorrad nach Kiini gebracht! Am Montag konnte dann die Arbeit beginnen, alle 12 Trainies waren da, auch vier von weither!
Bei intensiver Anleitung konnten wir in zwei Gruppen je einen kleinen und einen großen Kocher in dieser zweiten Woche bauen, aber leider nicht ausprobieren, da es immer bedeckt war ("Winter", wie die Kenianer kommentieren)! Die weitere Arbeit wurde zunehmend selbstständiger in Zweier-Gruppen ausgeführt, wobei jeder in der vierten Woche einen eigenen Kocher fertiggestellt hat. Und endlich schien auch die Sonne, im Kocher wurden Reis und Ugali [kisuaheli für Fufu, Luku] gekocht. Offiziell wurde der Workshop am Donnerstag, 29. August mit einer großen Feier eröffnet. Vertreter der umliegenden Gemeinden und der Bezirksverwaltung waren eingeladen und in vielen Ansprachen wurde die Bedeutung des Projektes herausgestellt und unsere Arbeit sehr gewürdigt!
Bei der Abschlussbesprechung am Freitag, 30. August wurde auch das weitere Vorgehen geplant! Zwei Männer aus der näheren Umgebung meldeten sich schon für diese Woche für den weiteren Kocherbau an!
Es geht also weiter! Viele lobende Außerungen geben uns die Gewissheit, dass unser Projekt ein Erfolg werden kann. (H.G.Klaphake)











Neu: Gefördert von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung


Das Lazola Solar-Boxkocher Projekt

 

In den meisten Haushalten in Kenia wird auf offenen Feuerstellen mit Holz gekocht. Viele Küchen haben keine ausreichende Belüftung, so dass die Frauen Rauch und Russpartikel einatmen, die ihre Gesundheit gefährden. Das Sammeln von Feuerholz ist die Aufgabe von Frauen und Kindern. Es ist Schwerstarbeit, denn das Holz muss oft kilometerweit auf dem Rücken getragen werden. Und in dieser Zeit bleiben andere Arbeiten zu Hause liegen.

Das Kochen auf traditionellen 3-Steine-Feuerstellen ist nicht effizient und der Holzverbrauch hoch. Das Fällen von Bäumen für Feuerholz und zur Gewinnung von Holzkohle hat besonders in trockenen Gegenden zu einem dramatischen Rückgang des Baumbestandes geführt – mit all seinen negativen Folgen für die Umwelt.

Einige Mitgliedsgruppen unserer Partnerorganisation Mount Kenya Integrated Community Development Organisation (MKICDO) haben schon erfolgreich zur Verbreitung von energiesparenden Herden und Passivkochern beigetragen. Als nächstes hat sich die Organisation zum Ziel gesetzt, angepasste Solartechnologien zu verbreiten. Der Anfang soll mit Solar-Boxkochern gemacht werden.

Wie vielfach analysiert hat die Nutzung von Solar-Boxkochern vielfache positive Auswirkungen.

Sehr wichtig ist die Auswirkung  auf die Gesundheit der Frauen, da sie beim Kochen mit Solarkochern keinen Rauch  einatmen und kein Feuerholz schleppen müssen. (In abgelegenen Gebieten kommt es  außerdem immer wieder zu  Überfällen auf Frauen, die Holz sammeln.) Die ganze Familie wird so geschützt.

Das Essen im Kocher muss nicht beaufsichtigt  werden - durch die mögliche Zeitersparnis können andere Dinge erledigt werden.

Das Einsparen von Feuerholz schont  die Baumbestände, denn in vielen Gegenden hat Abholzung zu einem starken Rückgang des Baumbestandes und  somit zu Bodenerosion und anderen Umweltschäden geführt.  Feuerholz aus anderen Gegenden können sich viele Menschen kaum noch leisten.

Im Gegensatz zu anderen solaren Boxkochern ist der Lazola ein robuster und langlebiger Solar-Boxkocher aus Metall, der auch feuchten Witterungsbedingungen standhält. Beim Bau des Lazola werden Schablonen und Jigs verwendet, wodurch genaues Arbeiten und eine gleichbleibende Qualität erreicht werden. Außerdem ermöglicht dies eine Serienfertigung und somit die Senkung der Arbeitskosten.

Der Lazola eignet sich gut zum Kochen und Backen der meisten landestypischen Gerichte in tropischen Gebieten. An Tagen mit wenigen Sonnenstunden kann das Essen im Passivkocher – einem mit Isoliermaterial ausgekleideten Korb - oder auf einem energiesparenden Herd/Kocher fertig gegart werden.

Die GTZ verbreitete in den 1980er Jahren in Kenia den „upesi“ Herd, der ca. 40% weniger Brennstoff verbraucht als ein traditionelles 3-Steine-Feuer, schneller kocht und bis zu 60 % weniger Rauch entwickelt. Eine Projektauswertung zeigte eine Brennholzeinsparung von 90 kg pro Monat und Haushalt mit dem „upesi“.

 MKICDO wirbt bei ihren Veranstaltungen immer für den komplementären Einsatz dieser drei Technologien (integrated cooking method): Solarkocher + Passivkocher + energiesparender Herd, der dem Benutzer die größtmöglichen Vorteile bringt.

Die MKICDO hat ein Exemplar des Lazola Kochers bereits auf zwei wichtigen landwirtschaftlichen Ausstellungen in der Provinz präsentiert und dort gezeigt, wie man damit kocht und backt.

Der Kocher hat bei den Besuchern, einschließlich der anwesenden Politiker, großen Anklang gefunden.

Im Dezember 2012 fuhren MKICDO Mitglieder mit Herrn Klaphake, weiteres deutsches LHL-Mitglied, nach Isiolo in eine semi-aride Gegend, in der die Folgen der fortschreitenden Entwaldung deutlich spürbar sind. Unter der Koordination der dortigen Distrikt-Entwicklungskooperative nahmen Vertreter mehrerer Selbsthilfegruppen der Umgebung an einer Lazola Demonstration teil. Auch dort zeigten die Menschen großes Interesse, den Kocher zu erwerben und zu nutzen.

Die MKICDO plant für die nächsten Jahre die Verbreitung des Lazola Solar-Boxkochers in der Mount Kenya Region sowie in den trockenen Gebieten des Landes. Die erste Phase dieses Projektes ist für Anfang August 2013 geplant:


Voraussetzung für die Schulung und die nachfolgende Produktion von Lazola-Kochern ist eine Trainingswerkstatt , die zurzeit auf dem Gelände der Organisation in Kiini  vorbereitet wird; ein bestehendes Haus soll dabei als Büro genutzt werden.


Der Ort ist über eine befestigte Straße ganzjährig gut zu erreichen und nur 3 km von der Hauptstraße entfernt. Wasser- und Stromanschluss stehen zur Verfügung. In der Nähe befinden sich die Distriktbüros sowie die Kiini Primar- und Sekundarschulen.

Der Bau der Trainingswerkstatt wird vor allem von der Schulleitung sehr begrüßt, da viele Schulabgänger sich den Besuch weiterführender Bildungseinrichtungen nicht leisten können. In einer Trainingswerkstatt werden sie sich zukünftig grundlegende handwerkliche Fertigkeiten aneignen können.

Ab Anfang August sollen in der Trainingswerkstatt 6 bis 10 Handwerker in einem vierwöchigen Kurs den Bau von Lazola Kochern erlernen und dabei 30 Kocher herstellen. Die Kursteilnehmer werden für die Dauer des Kurses in der benachbarten Kiini Sekundarschule untergebracht und dort verpflegt. Aller Voraussicht nach werden an der Schulung auch zwei Personen eines befreundeten Vereins aus dem Süden Kenias teilnehmen.

Es ist unerlässlich, den Teilnehmern für diese Zeit eine finanzielle Kompensation zu geben. Sie verpflichten sich jedoch, nach dem Kurs weiterhin im Auftrag der MKICDO Lazola Kocher zu bauen. Mit der Herstellung von Solarkochern schaffen sie sich und ihren Familien ein (zusätzliches) Einkommen.

Die Leitung der Produktion wird der Kursteilnehmer und technische Experte Njeru Mwangi übernehmen. Er hat ein Diplom in „Mechanical Engineering Production“ vom technischen Institut in Kabete und einen eigenen Betrieb mit acht Angestellten in Chuka.

Das Training wird von Hans-Georg Klaphake und Marek Senicky in Zusammenarbeit mit Lazola e.V. (Deutschland) durchgeführt. Der kenianische Ansprechpartner und Hauptverantwortliche für die Durchführung des Projektes ist Mugo Justus Dauti, der Vorstandsvorsitzende der MKICDO.

 

Die zweite Phase des Projektes:

Nach dem Baukurs wird ein Teil der Kocher MKICDO Mitgliedsgruppen zur Verfügung gestellt.

Der zentrale Ort für die Einführung des Lazola soll Isiolo werden (s.o.). Im Gebäude des Isiolo Co-operative Development Office befindet sich auch die MELI SACCO, die alle Gruppen im Isiolo County koordiniert. (MELI – Mobile Education for Life International – ist eine NRO, die Entwicklungsinitiativen in Kenia verbreitet und unterstützt; SACCO – Savings and Co-operative Society).

Diese bestehenden Strukturen werden für das Projekt genutzt. Mit Hilfe der Organisation werden geeignete Pilotgruppen ausgewählt, die den Lazola testen. Der Erwerb eines Kochers kann über die SACCO finanziert werden.

Als weitere Pilotgruppen sind Gruppen der Vorstandsmitglieder Ivonne M. Riungu in Lower Mwembe/Chogoria, Christine M. Mukwanyaga in Ishiara und Catherine Kagira in Tharaka (beides semi-aride Gebiete) sowie die Gruppe des MKICDO Vorsitzenden in Gaketha vorgesehen.

Die Mitglieder sollen sich mit dem solaren Kochen vertraut machen und ihre Erfahrungen mit dem Kocher schriftlich festhalten. Die Ergebnisse werden zur Auswertung des Projektes herangezogen und dienen auch dem Erfahrungsaustausch und Vergleich der Gruppen untereinander, ebenso der späteren Evaluation des Projektes.

Der Kauf eines Kochers kann bei Bedarf über einen Kredit des Sparclubs erfolgen, den viele Gruppen schon eingerichtet haben.

Die restlichen Kocher werden vom MKICDO Büro aus direkt vermarktet oder für Demonstrationen verwendet. MKICDO wird sich nach der Einführungsphase umgehend um Subventionen durch das Umweltministerium in Nairobi bemühen, um den Verkaufspreis der Kocher zu senken und möglichst vielen Menschen die Anschaffung zu ermöglichen.

 

Die dritte Phase des Projektes:

Eine Evaluierung des Projektes ist nach einem Jahr im Juli 2014 durch den MKICDO Vorstand geplant. Daran wird auch Frau Kahrens vor Ort teilnehmen. Anschließend wird ein schriftlicher Bericht verfasst und über die nächste Projektphase entschieden.

 5. Finanzierung des Projektes

Die MKICDO ist eine junge Organisation, die sich noch in der Aufbauphase befindet. Sie verfügt  somit noch nicht über genügend eigene Mittel zur Durchführung des Lazola Projektes. In Zukunft werden aber Einkünfte erwartet durch den Verkauf von Solarkochern, Passivkochern und landwirtschaftlichen Produkten sowie durch Kurse und Dienstleistungen unterschiedlicher Art im Kiini Trainingszentrum.

Der Bau der Trainingswerkstatt mit Anbindung an das Elektrizitätsnetz und die Wasserversorgung werden von Frau Kahrens aus privaten finanziellen Mitteln und aus Spendengeldern von Freunden und Unterstützern finanziert. Das Land, auf dem die Werkstatt gebaut wird, und das Haus für ein Büro wurden MKICDO vom Vorstandsvorsitzenden (sowie den Ältesten seines Clans) zur Verfügung gestellt. Er spendete auch einen Baum für Bauholz.

MKICDO wird die Räumlichkeiten/Werkstatt für das Training zur Verfügung stellen. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung der Kursteilnehmer sowie eine Ausgleichszahlung für Verdienstausfälle in der Zeit des Kurses werden im Rahmen des Projektes finanziert.

Die technischen Voraussetzungen für den Bau der Solarkocher sind noch nicht vorhanden. Für die Ausstattung der Werkstatt werden noch Maschinen und Werkzeuge benötigt, die wegen der zolltechnischen Probleme bei Importen in das Land vor Ort in Kenia gekauft werden müssen. Auch das Material zum Bau der Kocher wird größtenteils vor Ort besorgt. Die Jigs und Schablonen für die Serienfertigung werden in Deutschland hergestellt. Sie werden, zusammen mit Kleinteilen und Materialien, die nicht in Kenia erhältlich sind, von den beiden Trainern im Fluggepäck mitgenommen.

Die Kosten für Flug und Aufenthalt des Trainers Hans-Georg Klaphake werden zum Teil vom Senior Expert-Service (SES) in Bonn übernommen, die für den Flug des Trainers Marek Senicky von Lazola e.V.

Das Projekt wird von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert.



Zur Vorgeschichte des Projektes schreibt Ingelore Kahrens:

2009: Bei meinem Besuch kenianischer Freunde in Gaketha am Mount Kenia, zeigen Mitglieder der örtlichen Frauengruppe Interesse an energiesparenden Kochtechnologien. Sie gründen die Gaketha Laura Energy Saving Group und verbreiten effiziente Holzherde und Passivkocher (Kochkörbe) in ihrer Gegend.

2010: Die Gaketha Gruppe kauft Legehennen für ihre Mitglieder und stellt Kochkörbe her.
Wir beschließen die Gründung einer Dachorganisation für die Mount Kenia Region. Mugo Justus bildet mit einigen Unterstützern den Vorstand der Organisation.

2011: Die Gaketha Gruppe finanziert durch eigene Beiträge und Spendengelder den Kauf von Milchziegen und Wassertanks für ihre Mitglieder.

2012: Auf Mugos Land werden eine Demonstrations- Farm für gute Anbaupraktiken und eine Baumschule angelegt.

An Mugos Schule werden 1000 Bäume gepflanzt und ein wöchentlicher Umwelttag eingeführt.

Mitglieder der Gaketha Gruppe nehmen an einem Seminar zu Anbau, Verarbeitung und Nutzung medizinischer Pflanzen teil.

Bei meinem Besuch im Juli bringe ich einen LAZOLA Solar-Boxkocher mit, der anschließend auf Ausstellungen vorgeführt wird.

Die Mount Kenya Integrated Community Development Organization (MKICDO) wird als Nicht-Regierungsorganisation registriert.

2013: Wir planen den Aufbau eines Trainingszentrums. Im Mai beginnt der Bau einer Werkstatt, in der im August zwei Trainer aus Deutschland einen Kurs zum Bau von LAZOLA Solar-Boxkochern durchführen werden.

In Kenia kochen die meisten Frauen mit Holz oder Holzkohle auf offenen Feuerstellen oder kleinen Öfen. Durch die damit verbundene Abholzung geht jedoch mehr Wald verloren als wiederaufgeforstet wird. Die Folgen sind Erosion von fruchtbarem Boden und Klimaveränderung, was in dem landwirtschaftlich geprägten Land weitreichende Auswirkungen hat. Für Frauen und Kinder ist die Beschaffung von Feuerholz eine harte und zeitaufwändige Arbeit. Und der Rauch von offenen Feuern gefährdet ihre Gesundheit.

Die Frauen der Gaketha Gruppe kochen auf Brennholz sparenden Herden in rauchfreien Küchen und benutzen Kochkörbe. Und sie überzeugen andere Frauen, sich diese Geräte auch anzuschaffen.


Weitere Fotos und Informationen (auf Englisch) im Blog von Ingelore Kahrens: Mount Kenya Energy Project