7. Namibia


Die neue SEPA-Kontennummer für Namibiaspenden:

BIC-Nummer: GENO DE F1 VEC
IBAN: DE75 2806 4179 0135 8758 10


30. April 2016

Wir sind fertig: Unser Toilettenprojekt


Das erste Ziegelsteinprojekt in 2012 hatte zum Ziel, den Grundstein für eine Ziegelsteinproduktion zu legen und das gelang auch. Dass es mühsam sein würde war allen von Anfang an klar, ohne Ton- oder Lehmgrube in der Nähe wird’s schwer, aber Zement  ist ein nahezu vollwertiger Ersatz und Sand liefert die umliegende Kalahari reichlich.
lesen Sie bitte hier weiter.




Dezember 2015


Sehr geehrte Damen und Herren,

verehrte Förderer,

liebe Freunde,

Sie unterstützen unsere ehrenamtliche Arbeit ideell und auch finanziell und dafür möchte ich mich herzlich bedanken, denn ohne diese Ihre Förderung wäre unser Engagement überhaupt nicht möglich. Wie wichtig aber die Arbeit vor Ort ist erfahren wir gerade in diesen Tagen, heißt es doch immer wieder, dass mehr vor Ort geschehen müsse statt die Außengrenzen der EU und deren Bewachung zu verstärken. Wir müssen leider feststellen, dass hier in der Tat viel geredet wird aber nur wenig geschieht und das betrifft nicht nur die EU-Regierungen sondern auch in unseren Partner­ländern selbst ist bzgl. schulischer und beruflicher Bildung, die Schlüsselbereiche für die Entwicklung der Gesellschaften, wenig Fortschritt zu erkennen.

Erfreuliches läßt sich auch aus meinem dritten Partnerland Namibia berichten, wo eine junge Familie in ihrem kleinen Dorf einige Jugendliche mit der Herstellung von Ziegel­steinen beschäftigen kann, die anschließend zum Bau von Schultoiletten verwendet werden. Hier ergeben sich eine ganze Reihe von sich anschließenden Verbesserungen: saubere Toiletten bedeuten sauberes Grundwasser, weniger Krankheiten und - wenn es perfekt läuft - sogar die Möglichkeiten der Kompostierung und Boden-verbesserung. Im beiliegenden Namibia-Flyer erfahren Sie mehr über das gerade auslaufende Ziegelstein-Toilettenprojekt und über die Pläne der kleinen Gruppe hier mehr zu erreichen, z.B. auch als Maurer die Ziegelsteine nicht nur verkaufen sondern auch verbauen zu können.


Hier können Sie mehr erfahren


September 2015

Projekt Arbeitsplätze für junge Menschen in Namibia

Das Ziegelsteinprojekt


Vor gut zwei Jahren habe ich letztmalig über das Ziegelsteinprojekt berichtet, welches zum damaligen Zeitpunkt gerade gestartet war. Es ist gut angelaufen und lebt noch, allerdings auf einem niedrigen Niveau, denn außer dem eingezäunten Grundstück und ein paar Werkzeugen gibt es nicht viel mehr, die Produktion läuft, wenn auch alles sehr zäh. Der Zement muss sackweise mittels eines Leihwagens von weither geholt werden, der Sand mit dem alten Pick-Up aus der Wüste herangeschafft, und das Werkzeug muss morgens zum Arbeitsplatz und abends zurück in der Schubkarre transportiert werden, es fehlt ein Lagerschuppen. Hierfür hatte ich in 2014 einen Förderantrag gestellt, der aber aus Haushaltsgründen (Haushalts-sperre) nicht genehmigt werden konnte.

Jetzt aber geht es endlich weiter, das OK von Engagement Global liegt vor, unsere Pläne konnten wieder aus der Schublade geholt werden und die inzwischen geführten Gespräche mit der Schulleitung waren auch nicht umsonst: Drei Toiletten sollen als erste Maßnahme gebaut werden (1 x Lehrer, 1 x Mädchen, 1 x Jungen) und hierzu bedarf es einer Menge Ziegel-steine. Im Projektantrag vorgesehen ist weiterhin der Bau eines Lagerschuppens auf dem Betriebsgelände (um Material und Werkzeuge sicher lagern zu können) incl. eines kleinen Büros. Und wenn dann noch Geld übrig ist soll der Pick-Up fahrtüchtig gemacht werden, damit die hohen Transportkosten vermieden werden können.
 
Wenn Sie mehr über die Ziele, unsere Partner und über das bisher Erreichte erfahren wollen, lesen Sie bitte hier weiter.

Was Sie aber jetzt noch unbedingt wissen müssen: dass wir als Antragsteller einen Eigenbeitrag leisten müssen, der bis zu 25% betragen kann. Hier müssen wir 4.500 € beisteuern, die Hälfte haben wir schon eingesammelt.

Liebe Freunde, Förderer, Spender und Interessenten, wenn Sie unser Projekt unterstützen möchten, bitten wir um eine Spende auf unser L-H-L Vereinskonto für Namibia:

                DE75 2806 4179 0135 8758 10


Mit betterplace  haben wir die Hälfte der Eigenmittel einwerben können, also bis heute 1000 €, hier also sind wir am Ziel.

Herzlichen Dank und mit den besten Grüßen

Bernd Blaschke





Dezember 2014

Leider gehts no0ch nicht voran...

Die kleine Firma konnte 2014 keinen weiteren Schritt vorankommen, da NRW auf Grund der Haushaltssperre alle Projekte auf Eis legte. Wir hoffen also auf 2015, um dann mit Werkstatt und Lieferwagen in die Ziegelsteinproduktion wieder richtig einsteigen zu können. Bis dahin muss auch der Bau von Toilettenhäuschen warten, denn hierzu werden in erster Linie Ziegelsteine benötigt. - Der kleine Cucashop wird nur stundenweise geöffnet, Deensia die junge Mutter will den kleinen Jayde Friedrich nicht allzusehr vernachlässigen. Für eine Aushilfe reichen die Einnahmen nicht, also heißt es vorerst, den Gürtel etwas enger schnallen. Mit Brot backen kann der eine oder andere Dollar hinzuverdient werden, Brötchen sind noch unbekannt. Aber in den armen Gegenden heißt es zuerst satt werden, Brötchen sind etwas für die Mittelschicht.

Aus dem LHL-Weihnachtsrundbrief 2014


Februar 2014


Mit dem Ziegelsteinprojekt haben wir die erste Etappe bewältigt, denn unsere Partner in dem kleinen Dorf Hoachanas im Süden Namibias fertigen ihre Ziegelsteine noch mühsam mit der Hand. Immerhin ver­kaufen sie diese auch an die Dorfbewohner, entweder für eine Terrasse, ein weiteres Zimmer oder gar ein kleines Häuschen. Zur Fortsetzung dieser Geschichte muss man wissen, dass eine Unterkunft aus Stein zwar der Wunsch ist von vielen Dorfbewohnern, die bis­her nur in Blechhäusern wohnen. Dringender aber ist das Toilettenproblem. Nur wenige haben auf ihrem Grundstück ein Plumpsklo, die meisten gehen in der Dämmerung in den Busch. Die „Pit-Toilet“ muss regelmäßig geleert werden, was Geld kostet und auch unangenehm riecht. Die Lösung heißt „Otji-Toilette“, eine Trenntoilette, die in Namibia hergestellt wird. Alles Zubehör ist im Lande erhältlich. Zum Bau der Grube und des Toiletten­häuschens werden Ziegelsteine benötigt. Die Nebeneffekte sind bemerkenswert: diese Toilette riecht nicht, ist hygienischer, es entstehen keine Betriebskosten, und die Abfallprodukte lassen sich sogar noch gut verwerten (Flüs­sigdünger und Kompost).

Um selbst Erfahrungen zu sammeln, haben sich unsere Partner eine solche Toilette aus Otji­warongo selbst besorgt, zuhause aufgebaut und dort auch eine erste Einweisung erhalten. Jetzt kann sich jeder Interessent eine solche moderne Toilette anschauen (und ausprobie­ren). Die ersten Interessenten haben auch schon geschaut (und gesessen).

Parallel dazu wurden die Pfarrer und Schuldirektoren und der Bürgermeister angespro­chen, ob man einen Toilettenbedarf habe. Alle drei waren von der Idee begeistert. Jetzt konnten wir mit dem nächsten Schritt beginnen: das Herstellen der Ziegelsteine professionalisieren. Dazu gehören eine manuelle Ziegelpresse, eine Lagerhalle mit Büro und eine Transportmög­lichkeit (Pick-Up). All dies wurde in einem Förder-An­trag an Engagement Global ge­sandt, die bereits den ersten Schritt finanziert hatten. Für die Kirchentoiletten bereiten wir gerade einen Antrag an den EED vor - wobei die Eigenmittel aus Kirchenspenden beige­steuert werden – und bei der BINGO-Umweltstiftung hoffen wir auf finanzielle Unterstützung für die fünf Schultoiletten und die drei Gemeindetoiletten (alle mit Waschgelegenheit, eine mit Wasch­kabine).           Bernd Blaschke


November 2013


Namibia

Begonnen hat es 2001 mit einem Besuch der Partnergemeinde im Süden Namibias. Dabei haben wir Deensia kennengelernt, die uns in Deutsch ansprach, obwohl in ihrer Familie nur Nama und Afrikaans gesprochen wird. Mit Telefon und Briefen hielten wir Kontakt, ich überredete sie zu einem Au-Pair-Aufenthalt und 3 Jahre später kam sie für ein Jahr nach Deutschland. Hier besuchte sie regelmäßig die Sitzungen der Umweltgruppe und wurde bei ihrem Abschied als Mitglied betrachtet.

Nach ihrer Rückkehr konnte sie ihre Stelle als Verkäuferin wieder aufnehmen und zwei Jahre später stand ihr Entschluss fest: ich habe hier genug gelernt, ich mache mich selbstständig.

Für die Ökumenische Umweltgruppe be­deutete dies, das Geld für einen kleinen Shop aufzu­bringen. Es sollte ein Cuca-Shop werden, dort können die Kunden die Zigaretten einzeln kaufen; sie kommen morgens um sich dazu eine Portion Tee mit einem Zuckerstück und sie kommen abends um sich eine Handvoll Maismehl zu kaufen. 

2011 zog sie der Liebe wegen ins Nachbardorf und wollte hier ihren Cuca-Shop fortführen. Der neue Shop sollte statt Blechwände Steinwände besitzen, das ist zwar etwas teurer aber richtig gemacht hält ein solches Bauwerk deutlich länger. Nun steht in Hoachanas der neue Cuca-Shop, eines der wenigen Steinhäuser im Dorf. Und das junge Paar hat sich ein kleines privates Häuschen daneben gesetzt.


Im letzten Jahr wurde ein Verein gegründet und wir haben den Vorschlag erhalten, die Herstellung von Ziegelsteinen zu unterstützen. Der Bau des Cuca-Shop und des Häuschens hat Interessenten auf den Plan gerufen, die ebenfalls ihre Blechhäuser in Steinhäuser umbauen wollen. Engagement Global hat diesen Antrag unterstützt und den Kauf eines Grundstücks, die Erst­ausstattung mit Werkzeugen und Kauf von Baumaterialien gefördert. Eines haben sie schon feststellen müssen: Zigaretten ver­kaufen sich leichter. Immerhin ist bei der ersten Bestellung angefragt worden, ob die Herren auch bauen könnten und so wurden 1000 Ziegel­steine für ein Zimmer verkauft und zugleich verbaut. Es fehlt noch ein Lagerschuppen und ein Unterstand, um im heißen Sommer im Schatten arbeiten zu können. Zusammen mit neuen Toiletten, eine Trenntoilette, für Kirche und Schule, wird das unser nächstes Projekt werden, denn hierfür werden viele Ziegelsteine benötigt.                                         Bernd Blaschke (Weihnachts-Rundbrief 2013)


Infobrief zum Namibiaprojekt (September 2013, pdf 187,1 kb)

Mai 2013

NAMIBIA

Bisher haben wir Deensia mit ihrem Cuca-Shop unterstützt. Der steht nach dem Umzug jetzt in Hoachanas, weil dort Johannes wohnt. Die beiden haben Ende März geheiratet, und zu jeder Familiengründung gehört das eigene Nest.

Bild: Deensias Cuca-Shop Herbst 2012

Da die Finanzmittel der beiden begrenzt sind, hat Johannes im Handbetrieb mit der Fertigung von Ziegelsteinen begonnen.

Das Verfahren ist einfach: Sand und Zement werden im richtigen Verhältnis unter  Zugabe von Wasser gemischt und in eine Kastenform gepresst. Ohne Maschine ist das Verfahren auf­wändig, aber es funktioniert. Die Nachfrage setzte ein, als die hinter dem Shop die gesta­­­pel­­ten Steine von interessier­ten Häuslebauern ent­deckt wurden.

Nach der fünften Anfrage  merkten die beiden, dass sich daraus eine Geschäftsidee entwickeln ließe und verkauften kurzerhand ihre eigenen Steine. Das brachte eine Nach­fragewelle zum Rollen. Um größere Mengen herzustellen benötigt man aber nicht nur viele Säcke Zement, son­dern auch ein Grundstück, auf dem man in Ruhe arbeiten und die fertigen Steine lagern kann.

Die Gemeinde hat noch reichlich Platz am Dorfrand, das Grundstück war also kein Problem, aber die Bezahlung. Was tut man in solchen ausweglosen Fällen? Man ruft in Deutsch­land an, und so besprachen wir die Idee zuerst am Telefon, dann per Skype, wobei Deensia mit dem Laptop durch  das Dorf ging und mir den Platz zeigte, während ich ihr auf einem Blatt Papier einen Projektplan skizzierte. Wichtig war, als erstes einen Verein zu gründen, denn es gibt öffentliche Gelder nur für gemeinnützige Organisationen.


Deensia überzeugte ihre beiden Frisörinnen zum Mitmachen, Johannes überredete seine Männer: die acht sind jetzt der Verein.

Ich bekam für den Projektantrag noch ein paar Zahlen ver-mittelt: Preis für das Grundstück, Materialbedarf für den Zaun, Personalbedarf für den Zaunbau, Werkzeuge und Zementbedarf  für die ersten Steine. So aus­gestattet konn-ten wir einen Projektantrag bei Engagement Global ein-reichen. Endlich erhielt ich Mitte März die gute Nachricht: das Projekt bekommt den gewünschten Zuschuss.

Inzwischen ist das Geld in Namibia angekommen und auch weitgehend ausgegeben. Es gibt reichlich Auf­träge. Die Arbeiter wünschen sich ein Schutzdach, auch ein kleines Bürogebäude wird benötigt. Es geht also weiter, sowohl mit der Arbeit als auch mit den Wünschen. Am liebsten würde ich mit anpacken.              Bernd Blaschke  im Rundbrief LHL Frühling 2013



Startschuss für Ziegeleiprojekt

Das Land NRW fördert LHL-Projekt in Namibia

19. Februar 2013

Hallo Freunde, Förderer, Unterstützer und interessierte Begleiter,
jetzt habe  ich es auch schriftlich: mit unserem Ziegeleiprojekt können wir starten.

Geplant ist der Aufbau einer Ziegelei und begonnen wird mit dem Kauf eines Grundstücks. Deensia hat schon im Dez. ein Grundstück bei der Gemeindeverwaltung von Hoachanas angemeldet und Besitzer ist jetzt ein Verein. Die erste Arbeit ist die Umzäunung setzen (Grundstücksgröße 50 x 300 m) und hierzu muss Zement und Draht aus dem 75 km entfernten Mariental heran geschafft werden. Das alles soll in den nächsten Tagen passieren, denn Mitte März wird er Ernst mit den Hochzeitsvorbereitungen und bis Ende März müssen wir auch die Zaunarbeiten abgeschlossen und bei Engagement Global abgerechnet haben.

Nach einer kurzen Pause wird mit der Herstellung von Ziegelsteinen begonnen, d.h. dann eine gößere Menge Zement einkaufen, Sand aus der nahen Wüste heranholen, einen Wasseranschluss auf das Grundstück legen lassen, ein Schutzdach bauen (denn die frischen Ziegelsteine dürfen nicht zu schnell austrocknen) und dann kann es losgehen. Nachfrage besteht jetzt schon und wir hoffen, dass noch mehr Interessenten kommen, wenn erst einmal begonnen wurde. In dem Projekt arbeiten Johannes (der Zukünftige) als Vorarbeiter und zwei bis drei Helfer.

  Also nun schauen wir auf die nächsten Wochen und drücken die Daumen, denn von dem Erfolg hängt es ab, dass es mit dem 2. Projektschritt im nächsten Jahr weitergehen kann.

Wir hoffen, dass wir mit diesem kleinen Projekt ein paar Jugendlichen eine wirtschaftliche Existenz geben können und dass das Geschäft bald auf eigenen Beinen stehen kann.

Danke für Eure Begleitung und Mithilfe und ich hoffe bald soviel Informationen erhalten zu haben, dass ich daraus einen ersten Bericht anfertigen kann.

Mit den besten Grüßen
Bernd Blaschke

Von LHL gefördert:


Deensia: „Wir sind fertig!“

Mini-Business-Mall in Namibia eröffnet


Mai 2012

In Namibia haben wir Deensia vor mehr als zehn Jahren kennengelernt, als 15-jähriges Schulmädchen, welches Deutsch als 2. Fremdsprache gewählt hatte. Fünf Jahre später hat sie bereits ein Au-Pair-Jahr in Deutschland absolviert und heute überrascht sie die deutschen Touristen mit ihren Deutsch-Kenntnissen. Nach zwei Jahren (nach ihrer Rückkehr) als Angestellte in einem kleinen Mini-Markt beschloss sie den Schritt in die Selbstständigkeit.

Zwei Jahre lang übte sie in ihrem kleinen Cuca Shop, jetzt wagt sie einen großen Schritt: zusam-men mit anderen jungen Frauen wollen sie eine Business-Mall gründen, jede hat ihr kleines Geschäft aber alle sitzen in einem größeren Laden. Zuvor muss die neue Mall fertig gebaut werden, es fehlen noch 1.500 € für die Kundentoilette. Ein spannendes Experiment und sowohl hier als auch in Namibia schaut man interessiert zu.

Deensia noch auf der Baustelle - Aber bald schon kann eröffnet werden. Hier soll demnächst die "Business Mall" einziehen.         Foto: Frühjahr 2012

4. Juli 2012

Gestern am späten Abend wurde den Fernsehzuschauern die Hilfsbereitschaft unserer großen Spender und Mäzene vorgestellt, angefangen mit Warren Buffet und seine Milliardärsfreunde bis hin zum SAP Gründer Hasso Plattner oder dem Hamburger Reeder Peter Krämer. Bis zu 50% ihres Vermögens stellen sie Stiftungen bereit und die Zahlen sind in der Tat beeindruckend, und auch die Spender lächeln in die Kamera und haben ihre schiere Freude daran, wieviele Kinder mit ihrer Hilfe gegen Malaria geimpft werden können oder eine Grundschule besuchen.

Am Sonntag habe ich mit Deensia telefoniert und sie sagte einen wichtigen Satz: „Wir sind fertig!“ Seit einer Woche ist ihr kleiner Shop geöffnet, der Druck der Interessenten, allen voran der Kinder, war nicht mehr zu bremsen und so steht Deensia jetzt wieder hinter ihrer Verkaufstheke und bietet in erster Linie Grundnahrungsmittel an, Maismehl, Zucker, Tee und Tabak, für die Kinder Bonbons und Kaugummi.

Die letzte Rate für den Wareneinkauf konnte sie nicht abwarten, aber beim nächsten Einkauf in Mariental will sie sich auch mit den begehrten Telefonkarten eindecken. Denn in den Abendstunden ist Zeit zum Telefonieren und da die wenigsten über einen Handyvertrag verfügen sondern Call by Call mit Telefonkarten (mit niedrigem Wert ab 1 €), steht abends die Ladentür nicht still. Und da die einzige Konkurrenz ihren Laden bereits um 16.30 schließt kaufen die Kunden gleich noch fürs Abendbrot ein. Nun muss es sich in ganz Hoachanas noch herumsprechen, dass endlich ein Cuca-Shop eröffnet hat wo man nett bedient wird (und wo man Deutsch spricht).

Der neue Laden steht auf einem größeren Grundstück und das junge Paar plant ein Eigenheim hinter dem Geschäft. Statt die fertigen Ziegelsteine im entfernten Baumarkt einzukaufen lassen sie sich die Steine herstellen. Drei junge Männer formen und backen Ziegelsteine aus Sand, Kies und Zement, Namibias Sonne trocknet sie und wenn 20.000 auf diese Weise hergestellt wurden kann mit dem Bau begonnen werden. Das mit dem selber machen hat einen simplen Grund: die Arbeiter bekommen ihr Geld ausgezahlt und können dafür sich Getränke oder Tabak bei Deensia einkaufen, so bleibt der Dollar in der Region. Ähnlich verfährt sie mit dem Hairshop, wo sich erste Konturen abzeichnen. Zwei junge Mädchen, bei denen sich Deensia in einer 5-stündigen Marathonsitzung ihre Haare flechten ließ, könnten zur Probe an den Wochenenden im neuen Shop ihre Dienste der interessierten weiblichen Kundschaft anbieten, wenn es gut läuft sind alle Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden und der Papa der beiden jungen Frauen ist eine Sorge los (denn er muss als Alleinverdiener und -erzieher 8 Kinder versorgen).

Jetzt können wir uns entspannt zurücklegen, denn zumindest dieses Projekt ist erst einmal abgeschlossen und ich bin ganz optimistisch, dass mit dieser Anschubhilfe der Betrieb auf eigenen Beinen steht. Es war nicht ganz einfach, hat etwas Nerven gekostet (weil es teurer wurde und ein überraschender Ortswechsel stattfand), aber unsere Partnerin hat einen gesunden Menschenverstand, gepaart mit etwas Geschäftssinn und mit ihrer deutschen "Ausbildung" wird sie den Betrieb nicht nur am Leben halten, sondern in kleinen Schritten ausbauen (Frischfleisch von der Farm des Schwiegervaters ist jetzt einfacher) und weitere Geschäftspartnerinnen suchen und finden. Ich möchte mich darum auch im Namen von Deensia bedanken, die in den letzten sms dies jedes Mal deutlich betonte. Mit Ihrer Unterstützung haben wir einigen Menschen im südlichen Afrika eine neue Zukunft gegeben und das war ein mutiger Schritt. Damit schließt sich der Kreis zu der eingangs erwähnten Fernsehsendung, denn wir konnten beweisen, dass man weder sein halbes Vermögen noch den Zehnten hergeben muss, es geht auch mit vielen kleinen Beträgen (Schwarmfinanzierung nennt sich das heute). Sobald die Bilder von der Eröffnung des Shops oder vom Laden überhaupt hier eintreffen - beim nächsten Einkauf in Mariental wird Deensia auch ein Internetcafe aufsuchen - werde ich mich noch einmal melden. Und selbstverständlich werde ich Sie darüber informieren, wie es in Hoachanas weitergeht und evtl. kann Frau Gleich uns auch einmal berichten. (Bernd Blaschke)


im Juli 2012

Namibia-Projekt, Teil 2

ich hatte bereits angedeutet, dass es mit unserem kleinen Projekt in Namibia gut läuft, darüber möchte ich im ersten Teil dieses Briefes berichten und im zweiten Teil dann über Zukunftspläne. Mit Deensia telefoniere ich häufiger, aber mindestens ebenso häufig skypen wir, zwar ohne Video, aber das Telefonieren ist deutlich billiger als mit Festnetz oder Handy (für mich quasi kostenlos wenn man eine Internetverbindung hat, Deensia muss sich eine Art Telefonkarte kaufen). Ich habe so am Freitag erfahren, dass sie zum Einkaufen in Mariental war, für 500 € hat sie Waren in der Metro gekauft, und für diese Menge muss sie einen kompletten Wagen mieten, soviel Kisten und Säcke sind zu transportieren. Ihr neuester Artikel sind Telefon-karten, die sehr beliebt sind, besonders in der unteren Preislage. Aber selbstverständlich sind der braune Zucker und das Maismehl die Standardartikel, die immer gehen, genauso wie Tabak. Jetzt verkauft sie aber auch schon fertige Zigaretten, einzeln natürlich. Max. zweimal im Monat fährt sie nach Mariental, die Touren sind deutlich länger, also auch teurer, aber am Monatsende gibt es Sonderangebote bei der Metro, das muss man einfach nutzen. Natürlich habe ich auch gefragt, wie hoch denn der tägliche Umsatz sei und ich erfuhr, dass das sehr unterschiedlich ist: zum Monatsanfang, nachdem es Geld gab, hat sie schon mal 500 Dollar abends in der Kasse, kurz vor Monatsende tröpfelt es nur und dann kann sie froh sein, wenn es 300 Dollar sind. Ich schätze, dass 10% davon bei ihr bleiben, das ist natürlich ein bescheidenes Einkommen, etwas über 100 € monatlich, aber es ist steigerungsfähig, hat sie doch gerade erst mit ihrem kleinen Geschäft begonnen. Inzwischen ist Deensias Cuca-Shop bekannt in Hoachanas, es hat sich herumgesprochen, auch, dass man hier nicht anschreiben kann, dazu sind die Käufer ihr noch nicht bekannt genug. Diese kommen natürlich zu den normalen Öffnungszeiten von 7 – 19 Uhr, manche aber auch schon vor Sonnenaufgang oder weit nach Sonnenuntergang, d.h. Deensia hat manchmal einen langen Arbeitstag. Dies ist auch ein Grund, warum die beiden jungen Leute darüber nachdenken, sich auf dem Geschäftsgrundstück direkt neben dem Shop ein eigenes Häuschen hinzubauen. Zwei Zimmer sollten es mind. sein, evtl. noch ein Kinderzimmer für später. Johannes hat schon mal gerechnet, wie viele Steine dafür benötigt werden: mind. 5.000, und jeder kostet 5 Dollar, also 25.000 Dollar oder 2.500 € werden benötigt, plus Transport, eine Stange Geld. Dieser Weg ist also kaum zu bezahlen und daher wurde die Idee entwickelt, die Ziegelsteine selbst herzustellen. Als ich davon gehört habe fragte ich mich, wo die Lehm- bzw. Tongruben dort sind, aber wer diese nicht vor der Haustür hat backt sich seine Steine aus Zement. Davon hatte ich bisher noch nichts gehört, aber es geht: 1 Teil Zement und 4 Teile Sand, das alles ordentlich mit Wasser vermischt und dann muss alles nur noch trocknen. Über diese Ziegelherstellung wird später noch mehr zu berichten sein.

Bild: Ladeneingang zum Cuca Shop

 

Gesagt getan und jetzt fertigen zwei Männer auf dem Grundstück hinter dem Shop Ziegelsteine. Der Sand wird aus der nahen Umgebung geholt, gesiebt und dann mit Zement vermischt und zuletzt mit Wasser zu einem festen Brei vermischt, der in eine Holzform gepresst wird. Etwas antrocknen lassen und dann an die Luft damit zum fertig trocknen. So wächst ganz langsam ein Ziegelsteinhaufen hinter dem CuCa Shop. Deensia hatte mir schon von den beiden Mädchen / jungen Frauen berichtet, die ihr die Haare so gekonnt frisiert hatten und daraufhin sprach sie zuerst mit dem Vater, der dann seine beiden Töchter zu Deensia schickte. Das darauf stattgefundene Gespräch verlief sehr positiv mit dem Ergebnis, dass die beiden jetzt verrückt darauf sind als Friseurinnen so schnell wie möglich in Deensias Cuca Shop anfangen zu können. Man besprach im Detail was dazu benötigt wird und nun halte ich eine Liste in der Hand: Shampoo, Gel, Relaxer, Haarspray, Kämme und Scheren. Das alles kostet Geld und die Frauen dort wissen, dass wir dieses Geld jetzt nicht als Spende sondern als Darlehen zur Verfügung stellen werden. Also beginnt jetzt hier die neue Suche nach Geldgebern, die für den Frisörshop 1000 € uns zur Verfügung stellen. Als Rückzahlungsfrist stelle ich mir drei Jahre vor, d.h. 1 € pro Tag müßte drin sein. Allerdings haben wir noch keinerlei Erfahrung, was für einen Frisörbesuch zu bezahlen ist und wie viele Kundinnen sich schön machen lassen wollen, aber sie sind zu zweit! Damit beschreiten wir in unserem Namibia-Projekt die nächste Stufe: weitere Geschäfts-partner kommen hinzu und verstärken das Business-Team. Ich hoffe, dass der nächste Schritt mit den beiden jungen Frisörinnen so gut gelingt wie der erste Schritt, natürlich mit Ihrer und Eurer Hilfe.

Mit den besten Grüßen Bernd Blaschke