Was mit dem Batteriemüll?

Einladung zur zweiten Fachtagung  

Auf dem Weg zu einem Alt-Batterien-Recycling in Afrika II

Donnerstag, 15. Jan. 2015, ab 16 Uhr bis Freitag, 16. Jan. 2015, ca. 14 Uhr,

Eine-Welt-Labor ,Franz-Jürgens-Berufskolleg, Färberstraße 34, Düsseldorf.

Zielgruppe sind neben Studenten der Ingenieurwissenschaften Vertreter von Entwicklungs-NRO's, welche vielleicht auch schon in Afrika gedacht haben, was denn mit all den vielen Batterien passiert, die dort im Einsatz sind? Die bisherige Antwort ist einfach: nichts, sie werden in die Landschaft gemüllt. Wir denken, dies muß sich ändern!

Teilnahmegebühr: ca. 20 Euro (für Mahlzeiten)

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Programm

Donnerstag, 15. Januar 2015

bis 16.00 Uhr Anreise, Registrierung, Kaffee, Empfang

16.00 Uhr Begrüßung der Teilnehmer – Einführung in das Thema

16.30 Vorstellung der Teilnehmer - Rundgespräch: Alt-Batterien in Afrika – Erfahrungsaustausch

17.30 Uhr Arwed Milz (LHL)Wie kann eine flächendeckende Umstellung von der Batterie zum Akku in Burkina Faso gelingen?

18.30 Uhr Tobias Schleicher: Standards für Bleihütten - Für eine starke Umweltbewegung in Afrika. Das Projekt des Öko-Instituts

19.30 Imbiß, Ausklang


Freitag, 16. Januar 2015

9.00 Uhr Zoltan Branyi/Christian Lehmann (Umwelt-Bundesamt): Kurze Darstellung des Schadstoffgehaltes in Batterien und des Recyclings in Deutschland

9.30 Uhr Holger Kuhlmann, Redux Recycling GmbH: Optionen für ein Recycling in Afrika – Lernen von deutschen Erfahrungen

10.00 Uhr Zoltan Branyi: Wertstoffe in Batterien – Beiträge zur Finanzierung des Recyclings in Afrika?

10.30 Uhr: Prof. Jörg Peters, Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI), Essen, Forschungsgruppe „Energie in Afrika“: Wie die Forschungsgruppe zum Thema Batteriemüll kam: Forschungsergebnisse zur Batterie- und Kerosin-Nutzung in verschiedenen Ländern

11.00 Uhr: Christian Lehmann: Batterierecycling als angepasste Technik – im Verbund mit Elektroschrott eine Option?

11.30 Uhr: Podiumsdiskussion mit allen Referenten Heinz Rothenpieler, Moderation: Das „Berlin-Projekt“ - Wie kommt unser Thema auf die Agenda afrikanischer Umweltministerien?

13.00 gemeinsames Mittagessen, Abschluß der Veranstaltung

Der Workshop ist eine Aktion der „Lokalen Agenda 21“ und wird aus Mitteln der Stadt Düsseldorf gefördert.


Der Workshop findet im Franz-Jürgens-Berufskolleg statt, unmittelbar am S-Bahnhof Düsseldorf-Friedrichstadt, eine Station vom Hauptbahnhof entfernt. Erreichbar mit den Linien S8, S11 und S28 (Richtung Neuss, ab Gleis 12 im Hbf). An der Schule sind sehr begrenzte Parkmöglichkeiten.


Schattenseite der „Revolution der Moderne“ (J. Kabila) in Afrika

Wohin mit dem Elektroschrott?

Altbatterien auf den Kompost?


Workshop 2015  zum Thema „Altbatterie-Recycling in Afrika“,

In den meisten Ländern südlich der Sahara ist Strom Mangelware. Dort wo Netzstrom ist, wird dieser häufig abgeschaltet. Aber Elektrogeräte, vor allem Kleingeräte, sind begehrt wie überall auf der Welt – und werden meist mit Batterien betrieben. Wenn diese leer sind, findet die „Entsorgung“ in der Landschaft statt, auf dem Kompost, in der Latrine oder wo auch immer. Allein rund 1.500 Batterien verbraucht im Durchschnitte jede Familie im Jahr hat LHL-Mitarbeiter Arwed Milz in Burkina Faso herausgefunden – und setzt sich für die Umstellung auf Akkus ein, die mit Solarenergie aufgeladen werden.

Entwicklungsorganisationen aus den technisch hochentwickelten Ländern, welche funktionierende Recyclingketten aufgebaut haben, können vor diesen (Fehl-)„Entwicklungen“ nicht die Augen verschließen. Die Umweltministerien der betreffenden Ländern haben weder Geld noch Know How, um dem „Tsunami“ des Elektroschrotts infolge der rapiden Kleintechnisierung des afrikanischen Alltags gerecht zu werden. Ist „urban mining“ - das in immer mehr afrikanischen Großstädten floriert, eine Alternative? Enthalten Batterien heute Wertstoffe, die kommerziell wiederverwertbar sind? Sollte der Elektroschrott mit einbezogen werden?

Und was ist mit den Giftstoffen? Wenn Batterien recycelt werden (etwa Autobatterien), dann oft unter lebensgefährlichen Umständen – hat das Öko-Institut Freiburg herausgefunden.

2013 haben wir in einem ersten Seminar uns über die Grundlagen eines Altbatterierecyclings informiert. Wir hörten vom Pilotprojekt des Öko-Instituts in Ghana, vom Akku-Projekt in Burkina Faso und eventuellen Chancen über die Wertstoffkette und hatten beschlossen, das Thema weiter im Auge zu behalten. Ein Seminarbericht: siehe unten! Das jetzige Seminar geht mit Vertretern von Fachfirmen einen Schritt weiter. Wir wollen prüfen, wie wir das Thema im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit auf die Agenda afrikanischer Umweltschützer bringen können.

*

Bei der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten sind wir bis zum 19.12.14 gerne behilflich.


2013:

Batterien und Elektroschrott vermüllen Afrika – Was tun?

Ein kurzer Bericht vom Fachseminar der Agenda21-Aktion in Düsseldorf

Düsseldorf, 19. und 20. Sept. 2013

Afrika wird überschwemmt mit Milliarden von Batterien aller Art und ein Recycling ist (fast) nirgends organisiert – so landen die giftigen Alt-Batterien meist in freier Landschaft. Vermutlich erstmals überhaupt haben sich Vertreter von Entwicklungsorganisationen und Fachleute zusammengesetzt, um zu beraten, wie Afrika „auf den Weg zu einem Batterie-Recycling“ kommen kann – so der Titel des kleinen Seminars, gefördert aus Mitteln der Düsseldorfer Agenda 21. Dieses Fachseminar wäre nie durch „entwicklungspolitische Bildungsarbeit“ finanziert worden, betonte Heinz Rothenpieler von LHL zu Beginn. Die Tagung fand in einem der vielen Unterrichtsräume der Ingenieurschule in Golzheim statt, ursprünglich deswegen, um studentische Teilnehmer zu gewinnen, die zuvor, beim ersten Seminar der Reihe, zum Thema „Bestandsaufnahme erneuerbarer Energien in Afrika“ reichlich erschienen waren. Doch jetzt, in der letzten Woche der Semesterferien, kam von der Fachhochschule allein Prof. Adam, um die Teilnehmer zu begrüßen und hervorzuheben, wie interessant die Zusammenarbeit der FH mit Entwicklungsorganisationen sei, man habe schon 2010 die zweite Konferenz „Solarenergie für Afrika“ gemeinsam organisiert und danach immer wieder kleine gemeinsame Veranstaltungen. Für die FH, in welcher auch zahlreiche afrikanische Studenten eingeschrieben sind, brächten unsere Themen eine Erweiterung der Perspektive.

Arwed Milz von LHL stellte anschließend seine Erfahrungen in Burkina Faso vor, wo er herausfand, dass eine durchschnittliche Familie jährlich mehr als 1.500 Batterien verbraucht – und in der Landschaft „entsorgt“. Für ihn stehe fest, diese müssten durch Akkus ersetzt werden und er wies auch nach, dass dadurch ein erhebliches finanzielles Einsparpotential für die Familien bestehe. Regina Kohlmeyer ist beim Umweltbundesamt für Batterierecycling in Deutschland zuständig und stellte den Teilnehmern zunächst das deutsche Recyclingsystem und die entsprechende Gesetzgebung vor, doch die Zahlen sind ernüchternd: Erst ungefähr 45 % aller verkauften Batterien gelangen ins Recycling. Die Referentin konnte einige Empfehlungen geben, wie aus den (hochtechnisierten) Recyclingpraktiken in Deutschland (angepasst) ein Modell für Afrika entstehen könnte – wenn, ja wenn erstmal die Gefahren des Batteriemülls durch die Zivilgesellschaft erkannt sind... Für die Teilnehmer war diese Öffentlichkeitsarbeit in Afrika somit eine wichtige Frage, die angegangen werden müsse. Christian Lehmann, ebenfalls vom Umweltbundesamt, erläuterte am nächsten Morgen das Recycling von Autobatterien in Deutschland und hatte auch einige Beispiele aus Afrika gefunden, denn wegen des hohen Materialwertes ist dies finanziell viel interessanter als die Rücknahme von Kleinbatterien, auch in Afrika. Doch dort ist dies noch sehr unprofessionell auf Hinterhöfen organisiert. Ein drastisches Beispiel berichtete Tobias Schleicher vom Öko-Institut: Vor drei Jahren trafen sie in Accra (Ghana) noch einen jungen Mann, der aus alten Autobatterien "handwerklich" das Blei "rauskochte" und in kleine Barren goss. Beim Besuch in diesem Jahr lebte er schon nicht mehr: Bleivergiftung... Das Öko-Institut ist dabei, mit einer großen Herstellerfirma von Batterien für Ghana ein Recyclingsystem aufzubauen, bei dem Autobatterien zurückgekauft und zunächst nach Deutschland per Container verschifft werden zum Recycling. Und dieses geschieht, so Christian Lehmann in seinem Vortrag, vor allem über einen Ofen, bei dem alles verbrannt und zu Sondermüll kondensiert wird – mit Ausnahme des Bleis, welches den höchsten Wert darstellt und abgefangen wird. Auch in Ghana geschieht dies schon durch eine Firma, aber sehr unprofessionell und gesundheitsschädigend für Mitarbeiter und Umwelt. Deshalb will man in Zukunft möglichst diese Firma aufrüsten, um das Recycling vor Ort durchzuführen. Insbesondere Tobias Schleicher vom Öko-Institut brachte drastische Beispiele von der Elektromüll-Entsorgung in einer Lagune bei Accra, wo, so weit das Auge blickt, diese Überreste der modernen Welt herumliegen, ausgeschlachtet wurden und teilweise sogar noch aus Europa stammen, d.h. europäischer Elektromüll ist in dieser Lagune „entsorgt“ worden. Wenn man solche Bilder sieht, wird klar, dass die Menschheit ihre Müllsorgen nun nicht los ist, sondern ganz im Gegenteil, dieser darf nicht weiter versteckt und damit die Bevölkerung schleichend vergiftet werden. Die Teilnehmer, die ausschließlich aus Entwicklungsorganisationen kamen, waren sich einig, dass dieses Thema weiterhin auf der Tagesordnung bleiben müsse und wollen in ihren Organisationen entsprechende Entscheidungen herbeiführen. Vermutlich liesse sich sogar ein wirtschaftlich refinanzierbares Recyclingsystem aufbauen im Sinne des „urban Mining“, wenn der gesamte Elektroschrott, der inzwischen auch in Afrika selbst massenhaft anfällt, mit einbezogen wird, da die Materialien hier „sortenrein“ sortiert werden können (in Deutschland geht alles maschinell und die Maschinen schaffen das nicht) und somit wieder zur Verfügung stehen. Einige Rohstoffe, z.B. Kupfer erzielen inzwischen recht hohe Wiederverkaufswerte....Auch bei den Kleinbatterien könne dies gelingen, wenn, ja, wenn denn in Afrika auch quecksilberfreie Batterien auf dem Markt wären. Quecksilberhaltige Batterien lassen sich nicht recyceln... 

H.R. für die Düsseldorfer Agenda 21

Zu den Beiträgen des Batterieseminars

Einführung von Heinz Rothenpieler: Vom Ungeist des Wegwerfens  pdf 57,9 kb

Arwed Milz: Bedeutung der Einwegbatterien im afrikanischen Haushalt. Sind aufladbare Akkus eine Alternative?
  pdf 954,4 kb


To Do-Liste: Visionen aus dem Batterieseminar   pdf 46,2 kb


Schöne neue Technikwelt - auch in Afrika - aber wohin mit den Altbatterien?

Der Weg zu einem Batterien-Recycling in Afrika


- Ein Beitrag zur Technikfolgendiskussion -

Donnerstag, 19. Sept., 16 Uhr - Freitag, 20. Sept. 2013, 15 Uhr

Fachseminar von Lernen Helfen Leben e.V. in Verbindung mit Dialog International e.V. und der Ingenieurschule Düsseldorf

Veranstaltungsort: Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Elektrotechnik
Josef-Gockeln-Straße 9, 40474 Düsseldorf

Kurze Wegbeschreibung ab Hbf: mit U-Bahn 78 oder 79 (Messe/Kaiserswerth/Wittlar) bis Haltestelle "Golzheimer Platz", dort ein paar Meter zurücklaufen, dann über den Karl-Arnold-Platz am "Radisson Blue"-Hotel links vorbei. Ca. 100 Meter weiter ist der Eingang der FH

Kein Afrikareisender kann sie übersehen, die kleinen Batterien, die an Straßenrändern, auf Ackerflächen und in Hinterhöfen vor sich hin rotten. Wer schon einmal in einem der Länder Afrikas war, wird vielleicht zwischendurch mal  gedacht haben, was denn mit all den vielen Batterien passiert, die dort im Einsatz sind? Die bisherige Antwort ist einfach: nichts, sie werden in die Landschaft gemüllt. Wir denken, dies muß sich ändern! Auf dem Seminar berichtet Arwed Milz von LHL über seine Erfahrungen in Burkina Faso (vgl. auch E+Z, Nr.6/2013, S.256), Tobias Schleicher von Projekten des Öko-Instituts Freiburg in Ghana und Ägypten und Regina Kohlmeyer und Christian Lehmann vom Bundesumweltamt informieren, wie Batterie-Recycling funktioniert. Fakt ist, dass bisher fast nirgends in Afrika ein fachgerechtes Batterie-Recycling existiert. Dabei muß für die Herstellung einer Einwegbatterie 40 bis 500 mal mehr Energie aufgewandt werden als dort drinsteckt. 1 kwh Netzstrom kostet in Deutschland 0,20 Euro. 1 kwh aus Einwegbatterien 60 Euro - 300 AA/Mignon Batterien zu je 0,20 Euro. In Einwegbatterien sind verschiedene Metalle und chemische Verbindungen enthalten, die z.T. sehr giftig sind. Quecksilber, Cadmium und Blei sind z.T. in Europa verboten - in Afrika nicht. Hinzu kommen Mangandioxid, Zink, Eisen, Elektrolyte, Kunststoff, Papier ud Bitume (Teer). Durch Aufnahme chemischer Verbindungen von Pflanzen und Tieren können diese auch den menschlichen Körper erreichen. Bei dem Seminar wollen wir mit Studenten der Ingenieurschule prüfen, wie ein Batterierecycling in Afrika organisiert werden könnte.

In Deutschland fallen jährlich mehr als 1,5 Milliarden solcher Einwegbatterien an, von denen 43 % im Rahmen des Receyclingsystems wieder eingesammelt wurden. Der Rest landete in der Mülltonne.

Für 60 % - 80% der Afrikaner ist die Einwegbatterie der einzige Zugang zu Elektrizität für ihre Kleingeräte wie Taschenlampen, Radio u.a. Da fallen jährlich mehrere Milliarden Batterien an, die alle in die Umwelt „entsorgt“ werden. Reycycling? Gibt es nicht. Deshalb ist dies unser Thema.

PROGRAMM

Donnerstag, 19. September

bis 16.00 Anreise, Registrierung, Kaffee, Empfang

16.00 Begrüßung der Teilnehmer durch Vertreter der Trägerorganisationen

16.30 Vorstellung der Teilnehmer - Rundgespräch: Alt-Batterien in Afrika – Erfahrungsaustausch

17.30 Arwed Milz, LHL: Bedeutung der Einwegbatterien im afrikanischen Haushalt. Sind solaraufladebare Akkus eine Alternative?

18.30 Regina Kohlmeyer, Umweltbundesamt: Altbatterien: Sammlung und Verwertung, Umweltrelevanz. Ergebnisse einer Studie http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4438.html , Vorteile von Akkus

19.30 Imbiß, Ausklang


Freitag, 20. September

09.00 Kurze Zusammenfassung des Vortages, Projektbeispiele

09.30 Christian Lehmann, Umweltbundesamt: Bleibatterierecycling in Deutschland

11.00 Tobias Schleicher, Öko-Institut: Das Beste aus zwei Welten: Erfahrungen aus dem aktuellen Projekt „Best of 2 Worlds“ des Öko-Instituts zum nachhaltigen Metallrecycling in Afrika mit Praxisbeispielen aus Ghana

12.30 Mittagessen

13.30 Abschlussrunde: Podiumsgespräch „Wie kann Batterie-Recycling zum Thema in Studium und Entwicklungshilfe werden?


Eingeladen sind neben Studenten der Ingenieurwissenschaften und allgemein intereressierte Bürger vor allem Vertreter von Entwicklungs-NRO's.

Bei dem Seminar wollen wir mit Studenten der Ingenieurschule prüfen, wie ein Batterierecycling in Afrika organisiert werden könnte. 


Die Teilnahme am Seminar ist kostenfrei. Wir sind gerne behilflich, günstige Übernachtungsmöglichkeiten in Düsseldorf zu finden. Weitere Infos: Lernen-Helfen-Leben e.V., Büro Düsseldorf, c/o Heinz Rothenpieler, Postfach 260124, 40094 Düsseldorf, Tel./Fax 0211-312608, . Anmeldung erforderlich! Das Seminar wird gefördert aus Mitteln der Agenda 21 von der Stadt Düsseldorf