Pyrolyse bei LHL

Die Power-Point-Präsentation von Jörg Fingas: Was passiert in Burkina Faso mit dem Pyrolysekocher? findet sich auf der Internetseite von Climatefarming als pdf-Datei.

Hier die Präsentation Tabula rasa mit Bernhard Müller: Schluß mit der Verbrennung! Wie alles gart: Erst mit der Sonne, dann den Topf warm anziehen!

Tabula Rasa Teil 1 (448,1 kb)

Tabula Rasa Teil 2 (571,8kb)

Tabula Rasa Teil 3 (698,2 kb)

Tabula Rasa Teil 4 (864,6 kb)


Kleiner Bericht aus Barnstorf:

Prof. Otterpohl: „Landwirtschaftliche Böden in Niedersachsen und in Afrika verbessern“


Am Wochenende fanden die „3. Barnstorfer Pyrolysetage“ statt. Freitagabend sprach Prof. Ralph Otterpohl von der Technischen Universität Hamburg deswegen in einer gutbesuchten Veranstaltung im Barnstorfer Ratssaal. Otterpohl erinnerte an Presseveröffentlichungen über einen UNO-Bericht vor drei Wochen, dass aufgrund weltweiter Verluste guter Ackerböden mit weiteren 50 Millionen Flüchtlingen demnächst zu rechnen sei. Im Mittelpunkt seines Vortrages stand denn die Frage der landwirtschaftlichen Böden und ihrer Verbesserung, wozu auch die Pyrolysetechnik verhelfen kann.

Inzwischen wissen zwar mehr Barnstorfer als zuvor, was die Pyrolyse bewirkt, doch diesmal wurde in Barnstorf schlicht der Begriff „Holzvergasung“ eingeführt. Diese Holzvergasung hinterlässt keine Asche, sondern Holzkohle und für die Entwicklungshilfe ist dies hochinteressant, weil in allen größeren Städten Afrikas Haushaltsenergie Nr. 1 die Holzkohle ist, für deren Herstellung viel Wald abgeholzt wird. Die Holzvergasung geschieht in einem kleinen Ofen und wer das Produkt, die Holzkohle, dann nicht noch einmal für einen Kochvorgang nutzen möchte, kann diese im Garten vergraben und erlebt sein „grünes Wunder“: Zusammen mit anderem Kompost verwandelt sich der Garten in ein „Power House“, Ernten vervielfachen sich. Deshalb, so Prof. Otterpohl, wäre Kunstdünger überhaupt nicht notwendig. Der Professor aus Hamburg hat im Barnstorfer Rathaus eindrücklich dargelegt, wie auch in der hiesigen Landwirtschaft mit intensiver chemischer Düngung alle Mikroorganismen im Mutterboden verschwinden, weshalb diese Art der Landwirtschaft nicht nachhaltig ist. Alternative ist eine „Bodenfütterung“ mit Kompost, Pflanzenkohle – und menschlichen Exkrementen. Diese, so Prof. Otterpohl, hätten äußerst wertvolle Nährstoffe für den Boden, wenn sie nur kompostiert würden und nicht, wie bisher über die Flüsse in die Weltmeere entsorgt würden. Sicherlich, so Otterpohl, keiner wollte Salat von einem Feld, gedüngt mit menschlichen Exkrementen konsumieren, aber das solle auch gar nicht so geschehen. Doch nach schon sieben Jahren seien diese so neutral, dass sie einen hervorragenden Nährstoff zur „Bodenfütterung“ hergäben - und dieser Begriff zog sich wie ein roter Faden durch den spannenden Vortrag von Prof. Otterpohl, den sogar der 12jährige Johannes Luber mit großem Interesse verfolgte. Prof. Otterpohl hat u.a. Konzepte für „Trenntoiletten“ entwickelt. Menschliche und tierische Exkremente enthielten äußerst wertvolle Nährstoffe für den Ackerboden, die derzeit noch ungenutzt mit den Flüssen in den Weltmeeren verschwänden – oder im chemisch verunreinigten Klärschlamm. Otterpohl wies dann auf Terra Preta hin, eine Schwarzerde die im ansonsten extrem nährstoffarmen Amazonas-Regenwald gefunden wurde, 500 Jahre alt, von Menschen organisiert, von einer durch die Spanier zerstörten Hochkultur. Terra Preta wird durch Pflanzenkohle angereichert und kann die Ernten im Garten vervielfachen, ohne Kunstdünger. Einige Konzerne, so Prof. Otterpohl, welche mit Kunstdünger Geld verdienen, seien über solche natürliche Bodenverbesserungen überhaupt nicht begeistert, aber um auch hier bei uns in Niedersachsen wieder gesunde natürliche Böden zu bekommen, sei eine Rückkehr zu einer „Bodenfütterng“ nötig, welche die Mikroorganismen diese Bodenverbesserung leisten lasse, während derzeit mit dem Kunstdünger eine Art „Doping“ der Böden stattfinde. Weltweit verschlechterten sich die Boden, in Afrika durch Abholzung, Erosion und nachfolgende Austrocknung, wie der UNO-Bericht kürzlich bestätigt habe. Um die Ernährungssicherheit für künftige Generationen zu erhalten, müsse da dringend gegengesteuert werden.

Die 3. Barnstorfer Pyrolysetage haben sich anschließend am Samstag und Sonntag im Welthaus intensiv mit der Situation Afrikas befasst und mit Überlegungen, wie den LHL-Partnern auf dem schwarzen Kontinent bei ihren Nöten unter die Arme gegriffen werden könne. Oft seien die technischen Probleme durchaus lösbar, aber das „Marketing“ dafür sei nicht einfach. Wie kommt die gute technische Lösung in die Haushalte? Andererseits, so die Teilnehmer, gelinge dies doch bei einigen modernen Techniken, an denen Afrikaner, ein großes Interesse hätten, z.B. für die Mobiltelefonie und für Autoreparaturen. Da müsse doch auch möglich sein, solche Lösungen für die Haushaltsenergie zu finden. So will sich der Verein verstärkt um die Verbreitung der Holzvergasung und um Bodenverbesserung durch Aufforstung schlechter und entwaldeter Böden kümmern. Jörg Fingas aus Tübingen stellte dann im Welthaus Barnstorf am Samstag ein LHL-Projekt vor, gefördert von der niedersächsischen Bingo-Stiftung, mit dem in der Hauptstadt von Burkina Faso, Ouagadougou, Öfen vermarktet werden, welche durch Holzvergasung Holzkohle herstellen, aber nicht mit Holz, sondern mit Pellets aus organischen Abfällen einer lokalen Fabrik. Dadurch ist eine erhebliche Einsparung an Brennholz möglich. Auch in Togo und im Kongo fördert LHL ähnliche Projekte.

Doch LHL wird in Afrika immer wieder gefragt, ob denn das, was der Verein propagiert, auch in Europa praktiziert werde? Genau das soll Thema der 4. Barnstorfer Pyrolysetage im Jahr 2016 werden, die dann in Regie der Samtgemeinde Barnstorf mit dem BUEZ, dem Barnstorfer Umwelt-Informationszentrum und dem Welthaus Barnstorf untersuchen wollen, was die Holzvergasung fǘr die heimische Landwirtschaft bringen kann.



"Pyrolyse – was ist


denn das?"

werden Sie sich fragen, wenn Sie hier von den

3. Barnstorfer Pyrolysetagen

lesen, die vom 9.-11.Oktober mit Förderung der Bingo-Umweltstiftung

wieder im Barnstorfer Welthaus stattfinden. Wer's ganz genau wissen

will, ist herzlich eingeladen hineinzuschnuppern! Ansonsten jetzt ganz

kurz: Die Pyrolyse ist ein Verglühen von Biomasse und übrig bleibt

nicht etwa Asche wie beim Verbrennen, sondern Holzkohle und das

alles in einem kleinen Ofen für den gewöhnlichen Haushalt. Die meisten

Deutschen kochen heute nicht mehr mit einer richtigen Feuerstelle,

aber LHL ist in acht afrikanischen Ländern tätig – und alles sind

Holzmangelländer.


Deshalb soll mit den inzwischen „3. Barnstorfer Pyrolysetagen“

untersucht werden, wie der afrikanischen Frau das Kochen erleichtert

werden kann. „Küche“, das ist in den LHL-Partnerländern heute fast

überall noch der „Drei-Steine-Herd“, der Unmengen Holz verbraucht

und viel warme Luft produziert.


Das soll sich ändern:

Vom Techniktransfer zur

Vermarktung: Pyrolysekocher – rein

in den afrikanischen Alltag!

ist diesmal Thema in Barnstorf. Das besondere an den Kochern, die

schon in den letzten Jahren bei den Barnstorfer Pyrolysetagen

vorgestellt wurden, ist aber, dass sie fast alle überall in Afrika

hergestellt werden können – und dadurch für die Menschen auch

bezahlbar geworden sind. Die so produzierte Holzkohle macht entweder

nochmal einen Kochvorgang möglich – oder, und das ist das

überraschende: düngt als „Terra Preta“ im Garten vergraben diesen so

gut, dass viel mehr geerntet wird.


Deshalb sind Entwicklungshelfer so interessiert an dieser Technik, denn

aus Umwelt- und Naturschutzgründen und selbstverständlich auch aus

Kostengründen muß das offene Feuer auf dem Drei-Steine-Ofen ein Ende

finden. Die Technik dafür ist da, aber sie muß bezahlbar sein für

Menschen, die mit weniger als 1 Euro pro Tag auskommen müssen.

Die Technik an sich ist ausgereift. Pyrolysekocher sind effektiv und

können im Prinzip von jedem Schlosser weltweit nachgebaut werden.

Aber warum bauen nicht weltweit alle Schlosser Pyrolysekocher? Wieso

ist die Technik kaum bekannt? Wie kann sich das ändern - und vor

allem, wie können in Afrika Pyrolysekocher größere Verbreitung finden

und damit den Holzeinschlag für Holzkohle verringern helfen? Das sind

einige der Fragen, die wir uns bei den diesjährigen Pyrolysetagen

stellen wollen.

3. Barnstorfer Pyrolysetage 2015 im Welthaus

Freitag 9.-Sonntag 11. Oktober 2015

Pyrolysekocher: Vom Techniktransfer   zur Vermarktung - rein in den afrikanischen Alltag!

Aber wie?

Pyrolysetechnik als Alternative zur traditionellen  Holzkohleproduktion?

Wie gelingen Akzeptanz und Vermarktung? Werden die Wälder geschont?

Programm (Stand 28.7.15)

Freitag, 9. Oktober

16.00 Uhr Anreise, Anmeldung, Zimmerverteilung, Einstieg mit Pyrolysekochen

17.00 Beginn: Begrüßung, Einführung ins Thema, Vorstellung der Teilnehmer

18.00 Abendessen

19.00 Einführungsvortrag im Rathaussaal Barnstorf

Prof. Otterpohl, TU Hamburg: Die Vernetzung von Boden, Wasser, Sanitation und Energieversorgung als Basis für ländliche Entwicklung, mit anschließender Aussprache


Samstag, 10. Oktober

08.00 Frühstück

09.00 Dr. Chris Buzie, TU und GFEU Hamburg: Was ist sonst noch möglich: Aktuelle Entwicklung im Bereich Sanitation

09.45 Uhr: Aussprache, anschließend Kaffeepause

10.30 Jörg Fingas: Was passiert in Burkina Faso mit dem Pyrolysekocher?

11.15 Uhr: Aussprache, Diskussion,

12.30 Uhr: Mittagessen

14.00 Uhr: Richard Fetzner, Chantal Kloecker, Gruppe Elagnon, Franz. Schule Düsseldorf: Der Pyrolysekocher in Togo

15.00 Uhr: Kaffeepause

15.30 Uhr: Tabula rasa mit Bernhard Müller: Schluß mit der Verbrennung! Wie alles gart: Erst mit der Sonne, dann den Topf warm anziehen!

Anschließend: Podiumsgespräch „Die Zukunft der Haushaltsenergie in Afrika“

18.30 Uhr Abendessen

19.30 Uhr gemütliches Beisammensein


Sonntag, 11. Oktober

08.00 Frühstück

09.00 Pyrolyse in Deutschland – Perspektiven für die 4. Barnstorfer Pyrolysetage 2016 (Heinz Rothenpieler und.....) Abschlußgespräch, Resümee, Wie weiter?

11.00 Uhr: Schluß der 3. Barnstorfer Pyrolysetage

Die 3. Barnstorfer Pyrolysetage werden gefördert von der


Hier Anmeldeunterlagen runterladen! (pdf 38,9 kb) und Programm (pdf 83,1 kb)

Wie komme ich denn nach Barnstorf???

Auf der Internetseite der Samtgemeinde findet sich ein Plan - für Autofahrer. Einfach nach unten scrollen.

Noch einfacher ist die Anreise mit der Bahn. Barnstorf liegt an der Strecke Osnabrück-Bremen. Jede Stunde hält ein Zug und das Welthaus ist 200 Meter vom Bahnhof entfernt.