Holzsparende Kocher


Förderung von Engagement Global/BMZ beantragt

Einladung zur Fortsetzung:

Wie wir Kocher verbessern:

Düsseldorf, Eine Welt Labor, Freitag 16. Januar – Sonntag 18. Januar 2015

Haushaltsenergie in Afrika als Herausforderung für die Entwicklungshilfe

Haushaltsenergie in Afrika – das ist bis heute vor allem anderen Holz bzw. Holzkohle. Die Folge sind großflächige Abholzungen.. Holz wird zur Mangelware.

Mit diesem Seminar sollen holzsparende Öfen, Pyrolyseöfen und Solaröfen thematisiert werden und rund um diese Techniken geprüft werden, wie diese beitragen können den Holzverbrauch in afrikanischen Ländern zu senken.

Programm (Stand 24.11.14)

Freitag, 16. Januar 2015 (Eine Welt Labor im Franz-Jürgens-Berufskolleg)

17.00 Begrüßung der Teilnehmer, Vorstellung der Teilnehmer und Austausch von Erfahrungen

18.00 Vorstellung der Aktivitäten der Ingenieure ohne Grenzen, Nantes, mit Solarenergie und Pyrolyse

18.30 Projekte von Evoglobal des LFFD (Französisches Gymnasium) gegen Entwaldung in Togo

19.00 Abend-Imbiß

19.30 Marinus van Stijn (Belgien) Weg von der Verbrennungstechnologie – wie geht das? Können neue Erfindungen helfen?

Welche Schäden hat die Verbrennung? CO-2-Opfer in afrikanischen Haushalten. Wie können unsere Öfen eingesetzt werden ohne solche Nebenwirkungen?

Holzsparende Öfen können eine feine Sache sein – aber sind nicht ganz ungefährlich, wegen dem CO. Welche Öfen sind geeignet? Worauf haben Entwicklungshilfeprojekte zu achten?


Samstag, 17. Januar 2015 (Eine Welt Labor)

09.00 Richard Fetzner: Wie funktionieren holzsparende Öfen?

Der Referent erläutert die Zusammenhänge, wie ein holzsparender Ofen funktioniert – im Vergleich zum Drei-Steine-Ofen. Fast überall im Afrika südlich der Sahara wird noch mit dem Drei-Steine-Ofen gekocht – oder mit einem Holzkohleofen. Mit verbesserten Techniken sind hier erhebliche Einsparungen möglich. Wie kann dies für Entwicklungshilfeprojekte nutzbringend eingesetzt werden?

Anschließend praktische Übungen, CO-Messungen

12.30 Mittagessen

14.00 Bernhard Müller: Welche Chancen hat die Solarenergie in Afrika? Erfahrungen und Möglichkeiten

Der Referent zeigt Möglichkeiten und Grenzen eines Systemwechsels bei der Haushaltsenergie auf. Solarenergie ist eine Chance für den afrikanischen Haushalt, aber wie kann dies popularisiert werden und wie können arme Familien dies finanzieren? Wie kann die Warmhaltetechnik popularisiert werden.

15.00 N.N. Kochererfahrungen von LHL auf Madagaskar

16.30 Podiumsdiskussion mit Marinus van Stijn, Richard Fetzner und Bernhard Müller, Moderation Heinz Rothenpieler: Kochen mit immer weniger Verbrennung – wann erleben wir den Durchbruch?

18.00 Abendessen, anschließend: gemützliches Beisammensein


Sonntag, 18. Januar 2015 (Lycée française de Düsseldorf)

09.00 Asrat Yemaneh (Äthiopien, angefragt): Von der Pyrolyse zu Terra Preta: Haushaltsenergie und Verbesserung des Gartenbaus.

Pyrolyse und Holzkohleproduktion – Holzkohle als Kochenergie und als Bodenverbesserung in Zusammenwirkung mit sanitären Maßnahmen

Die Pyrolysetechnik in der Entwicklungshilfe ist nicht nur interessant, um den Erwerb von Holz und Holzkohle zu senken, sondern auch, um die Haushaltsenergie mindestens zu verdoppeln oder mit der gewonnenen Holzkohle ausgelaugte Böden zu verbessern. Der Referent zeigt, welche Möglichkeiten hier bestehen und wie dies in Entwicklungshilfeprojekten genutzt werden kann.

11.00 Uhr Abschlußgespräch zur Tagung

Teilnehmerbeitrag: 20-30 Euro (für die Mahlzeiten)

Anmeldung: schule@l-h-l.org , Tel.+Fax 0211-312608



Ehrengast in Düsseldorf: Seine Exzellenz, Botschafter von Dschibuti

Wie die Agenda 21

eine ganz einfache Kocherrevolution förderte

Dem Kocher steht hoffentlich ein bahnbrechender Weg bevor“ hatte Kocherfreund Andreas Kontny bereits im Februar vorausgesagt und dann machte sich das „effektive Kocherteam“, ein Begriff, den der Ratinger Udo Fredmüller prägte, an die Arbeit. In Bruchsal betrieb Richard Fetzner seine „Kocher-Werkstatt“ und das „Kocherteam“ erhielt von dort fast täglich Statusmeldungen. Fetzner war sein
Berufsleben lang u.a. zuständig für die Heizungssysteme in den öffentlichen Gebäuden der Stadt Karlsruhe und nach seiner Pensionierung kam eines Tages seine Frau aus der Kirche heim und erzählte von Berichten, wie mühsam afrikanische Frauen auf dem Drei-Steine-Ofen kochen müßten.

Diesen "Basic-Kocher", der viel

Holz einspart, haben wir

"Fetzner-Kocher" genannt, weil

von Richard Fetzner entwickelt.

 „Gibts denn da nicht was Besseres? Kannst Du, Richard, da nicht mal schaun?“ Und Richard Fetzner schaute, zunächst ins Internet und fand dort alle möglichen holzsparenden Kocher. Aber „effektiv“? Effektiv waren die Preise für den Geldbeutel der Hersteller und die wirklich effektiven Kocher waren viel zu teuer für die normale afrikanische Frau. Was wirklich gebraucht wird, das war für Fetzner schnell klar, ist ein Kocher, den lokale Handwerker herstellen können mit einer optimalen Kochleistung. Und damit ging das „effektive Kocherteam“ im letzten halben Jahr an die Arbeit, denn in ganz Deutschland verstreut, grübelten noch etliche andere über die Ofenverbesserungen und waren über das Internet vernetzt. Ja, in der Tat, die Energieleistung ließ sich noch optimieren... Bernhard Müller, Autor und Solarspezialist, emailte dann vor ein paar Wochen nach unzähligen Tests und fast täglichen technischen Verbesserungen: „Das scheint mir jetzt alles Hand und Fuß zu haben!“ Und dann, kurz vor dem Düsseldorfer Seminar: „Ich finde die letzten Beiträge außerordentlich gut und zielführend“, denn das Kocherteam hatte Richard Fetzner im wahrsten Sinne des Wortes die ganze Zeit „angefeuert“ einen kleinen Ofen mit Höchstleistung zu bauen, der wirklich in jedem afrikanischen Dorf nachgebaut werden kann. 

Die "Kocherparade" im Hof des Franz-Jürgens-Berufskollegs


Die Teilnehmer lauschen gebannt den Erläuterungen von Herrn Fetzner zu einem der Kocher im Hof des Franz-Jürgens-Berufs-Kollegs

Samstag, 20.9. standen also fast alle vom „effektiven Kocherteam“ und weitere Gäste, darunter seine Exzellenz der Botschafter von Dschibuti aus Berlin, der extra mit seiner Gattin nach Düsseldorf gekommen war („Mein Land ist komplett entwaldet und trotzdem wird noch mit gekauftem Holz gekocht“)

Richard Fetzner zeigt seiner Exzellenz Herrn Aden, Botschafter v.Dschibuti u. Gattin den Kocher

und Ihre Exzellenz die 2. Botschafterin des Süd-Sudan aus Brüssel im Hof des Franz-Jürgens-Berufskollegs beim Kochertest - und der arme Richard Fetzner hätte im Erdboden versinken können: Seine Kocher qualmten und qualmten – was gar nicht hätte sein dürfen. Tja, die afrikanischen Frauen sind halt besser im Feueranzünden, witzelten wir, oder: „Das ist der typische „Vorführeffekt“. Aber wir wußten alle, das funktioniert, denn etliche andere hatten den Kocher schon getestet: Ein Hochleistungsgerät, hergestellt mit einfachsten Mitteln und der, wenn mit wenigen Handgriffen auch noch umgewandelt in einen Pyrolysekocher, keine Asche hinterläßt mit seiner Biomasse (auch Gras, Pflanzenreste) – sondern: Holzkohle! Zum Düngen für „Terra Preta“ oder für einen erneuten Kochvorgang.


Einige Teilnehmer beim Workshop. In der Mitte Ihre Exzellenz Mme. Andrew 2. Botschafterin der Südsudanesischen Botschaft in Brüssel


Der Kocher war im Juli bereits in Togo getestet worden: Die Frauen waren begeistert gewesen. Jetzt soll dort demnächst mit Unterstützung des deutschen Entwicklungshilfeministeriums eine professionelle „Fetzner-Kocher-Produktion“ beginnen. Richard Fetzner seinerseits hatte uns am Vorabend im einzelnen und so spannend wie bei einem Krimi, anhand von Photos erklärt, wie solch ein Kocher funktioniert und wo die Verbesserungen nötig waren, damit der noch besser funktioniert. Jetzt kann also eine ganze Menge Holz eingespart werden – die Rede ist von 70 % und, nun ja, eigentlich darf der Kocher auch nicht rauchen, ja, das ist schon getestet worden und sowas macht die afrikanische Frau dann erst recht glücklich. Marinus van Stijn, 17 Jahre Afrikaerfahrung und heute ein kleiner Unternehmer in Belgien, gleich hinter der deutschen Grenze, warnte allerdings: „Ihr müßt aufpassen, dass nicht zuviel CO entweicht, das könnte gefährlich werden – und eigentlich“, so Herr van Stijn, „ müßte ganz Afrika auf die Nutzung von Holz fürs Kochen verzichten.“ Afrika brauche Energie von der Sonne, von Wind und Wasser - und seine Firma hat gleich schon ein ganz einfaches Gerät entwickelt, welches in einen Fluss gelegt werden muss und dann mindestens soviel Strom erzeugt wie ein Generator – und dazu noch um zwei Drittel weniger Betriebskosten. Gut, sowas muss das Ziel sein, da war sich die Runde einig. Aber damit holt man die afrikanische Frau jetzt nicht vom „Drei-Steine-Ofen“ weg. Mit dem Fetzner-Kocher könnte das allerdings gelingen. Deshalb hatte Chantal Kloecker von der Togo-Gruppe des Französischen Gymnasiums in Düsseldorf, die mit einigen ihrer Schüler teilnahm, für Richard Fetzner auch eine Ehrung vorbereitet. Als „Highlight“ ein Fladen mit getrocknetem traditionellen Feueranzünder aus Togo, dazu weitere Erinnerungen aus Togo und eine gute Flasche französischen Rotweins durfte auch nicht fehlen.

Mme. Kloecker von der Togogruppe des Lycée Francais Düsseldorf überreicht Richard Fetzner als Dank für die Kocherentwicklung einen Preis

Der Beifall galt dem rührigen Pensionär Richard Fetzner aus Bruchsal, der sein Leben lang nichts mit Afrika zu tun hatte und jetzt für die afrikanische Frau eine „bahnbrechende Erfindung“ machte, die auch noch jeder nachvollziehen kann, die kein Geheimnis ist und einfach einleuchtet.

Das Seminar war ja wirklich keine „entwicklungspolitische Bildungsarbeit“ - sondern im Fachjargon „Qualifizierung“, oder ganz einfach eine „Technikshow“. Normale Fördermittel greifen da nicht, weil dafür Fachorganisationen zuständig sind, die aber kleine Organisationen nicht im Blick haben. Die Lokale Agenda21 von Düsseldorf sah das anders und ermöglichte uns dieses Fachseminar - ganz unbürokratisch, denn mit unserem Kocherthema liegen wir voll im Trend: „Zukunft schaffen – ökologisch und fair“.





Düsseldorf, 19.-20. September 2014 - Eine Welt Labor

Auch in Afrika: Umweltfreundlich kochen!

Workshop für holzsparende Öfen

PROGRAMM

FREITAG, 19. September: 17.00 Uhr Begrüßung, Vorstellung Teilnehmer

17.30 Uhr Drei-Steine-Öfen und Entwaldung auf Madagaskar, in Togo im Kongo…

18.30 Uhr Richard Fetzner: Wieso Öfen verbessern? Wie geht das? Was ist nötig? - anschl. Fragen und Antworten – gemütlicher Ausklang

SAMSTAG, 20. September:

09.00 Uhr Richard Fetzner stellt mehrere holzsparende Öfen vor, sie werden von allen auf dem Schulhof ausprobiert. Wir kochen darauf Wasser und Kartoffeln, mit Thermometer, Stoppuhr, Teilnehmer stellen Diagramme her. Anschließend: Aussprache, Diskussion

11.00 Uhr Chantal Kloecker: „Unsere togolesische Lösunggegen Entwaldung und für ein Kochen mit weniger Holz

12.00 Uhr Ausklang mit gemeinsamem Mittagessen in einem nahegelegenen Restaurant

Ort: Eine-Welt-Labor im Franz-Jürgens-Berufskolleg, Färberstr. 34, 40223 Düsseldorf

S-Bahnstation Friedrichstadt, Ausgang Oberbilker Allee (S8, S11, S28 Richtung Neuss)

Einladung als pdf-Datei

Invitation in English

Le seminaire à Düsseldorf  les 19 et 20 septembre 2014 et sera consacré aux différents types de foyers : à basse consommation de bois, à charbon de bois et à pyrolyse.

Nous aimerions vous présenter toute une palette de foyers très économiques fonctionnant au bois, au charbon de bois, aux herbes séchées…

Séminaire de LHL à Düsseldorf 19 et 20 septembre 2014 consacré aux différents types

de foyers : à basse consommation de

bois, à charbon de bois et à pyrolyse

Les séminaire est en allemand et en français.

Vendredi 19 septembre

17h: ouverture, présentation des participants

17h30 : le foyer à 3 pierres et la déforestation à Madagascar, au Togo et au

Congo

18h30 : Richard Fetzner : pourquoi faut-il améliorer les foyers ? Comment le

faire ? Questions- réponses


Samedi 20 septembre:

9h : Richard Fetzner présente plusieurs types de foyers, nous pourrons les

utiliser dans la cour de l’école en faisant bouillir de l’eau et cuire des

pommes de terre. Équipés de thermomètres et de chronomètres, nous pourrons

faire des diagrammes.

Évaluation des résultats et discussion

11h : Chantal Kloecker : « Notre solution au Togo », dans le cadre de la lutte

contre la déforestation et pour la cuisson avec un minimum de bois

12h : repas en commun dans un restaurant proche

***

Kochen in Afrika, das ist – südlich der Sahara – immer noch vorwiegend ein Kochen auf dem Drei-Steine-Ofen, oder, in den Städten, mit Holzkohle. An „traditionellen Feuerstellen“ sterben weltweit jährlich mehr als 1,6 Millionen Menschen – und viele weitere Frauen und auch schon Kinder leiden an Atemwegserkrankungen.

Fast alle afrikanischen Länder sind inzwischen Holzmangelländer. Die Wälder sind entweder schon verschwunden oder verschwinden (wie in Nigeria, Madagaskar und Togo) in wenigen Jahren.

Eine gute Alternative bieten die holzsparenden Öfen, die oft erstaunliche Einsparungen vorweisen können – und die Entwicklung ist noch nicht ausgeschöpft.

Einer der „Entwickler“ ist Richard Fetzner. Wir freuen uns, dass Herr Fetzner zu unserem „Kocherseminar“ am 19. und 20. Sept. nach Düsseldorf ins „Eine-Welt-Labor“ kommt und einige seiner neu entwickelten holzsparenden Kocher vorstellt. Einer seiner Kocher ist von der Partnergruppe der Französischen Schule Düsseldorf in Togo bereits nicht nur ausprobiert, sondern sogar noch verbessert worden.

Bei unserem „Kocherseminar“ wollen wir wissen, wie diese holzsparenden Techniken funktionieren. Wir wollen geeignete Kocher ausprobieren und hören, wo Verbesserungen möglich waren und vielleicht noch möglich sind. Wir wollen lernen, wie unsere Partner im Süden diese selbst bauen könnten. Wir wollen überlegen, wie diese Techniken verbreitet werden können. Was muss geschehen, damit ein solcher Kocher ganz breit von der Bevölkerung akzeptiert wird? Wir sprechen über die LHL-Kocherprojekte in Togo, in Nigeria, im Kongo, in Kenia... Wir beraten uns mit unseren Partnern im Süden um Verbesserungen bei der Nutzung CO²-armer Kocher. Wir behandeln im wahrsten Sinne des Wortes ein „heißes Thema“ und wir laden Sie ein mitzumachen!

Jeder kann mitreden und mitwirken! Jeder hat schon einmal ein Feuerchen im Freien entzündet und gesehen, wieviel Holz da sich in „Luft“ (oder CO²) auflöst. Holzsparende Techniken bringen hier beträchtliche Einsparungen. Das ist klimarelevant! Selbst großflächige Aufforstungen würden nicht helfen, wenn nicht gleichzeitig holzsparende Öfen gefördert werden.

Daran arbeiten wir und laden Sie ein, da mitzuarbeiten, mitzudenken, dies mitzuunterstützen. Schnuppern Sie hinein in unsere „Kocherwerkstatt“ im „Eine-Welt-Labor“, Freitag, 19. September, ab 17 Uhr bis Samstagmittag, 20. September – bis zum gemeinsamen Mittagessen. Dieses wäre dann der einzige Kostenpunkt für Sie. Der Rest des Seminars wird von der Lokalen Agenda21 der Stadt Düsseldorf gefördert, um eine „ökologische und faire Zukunft zu schaffen“. Jetzt sind Sie gefragt: Nehmen Sie sich ein paar Stunden frei, für erste Schritte zur afrikanischen „Kocherrevolution“! Anmeldung via schule@l-h-l.org oder Tel. 0211-312608 oder LHL-Büro Düsseldorf, Postfach 260124, 40094 Düsseldorf