Pauls Blog



    Paul Krämer       Schriftführer bis April 2013
    Dr. med., Diploma of Tropical Public Health (London), Allgemein- Tropen-   
    und Arbeitsmedizin, Auslandseinsätze in Algerien (über die algerische
    Regierung), Burkina Faso (GTZ), Westafrika (Onchocercose-Projekt der
    WHO), Nothilfeeinsätze in Somalia, Tschad und Mosambik. Seit meiner
    Pensionierung mit Fragen von Umwelt und Haushaltsenergie beschäftigt,
    speziell Solarkocher, Biomasse und CDM.

Mai 2013

Wir trauern um Dr. med. Paul Krämer,


Mitglied von Lernen-Helfen-Leben e.V. seit 2003.  Paul Krämer verstarb am 29. April nach nur einer Woche im Krankenhaus. Für LHL e.V. ist die Lücke, die Pauls Fortgang lässt, kaum wieder zu schließen.  Seine intime Kenntnis Afrikas, seine breit gelagerte Bildung, seine erstaunlichen Fremdsprachenkenntnisse und sein nimmermüdes Engagement für die Menschen in Afrika waren für uns  alle eine kaum zu unterschätzende Stütze und Ermutigung.

Jürgen Marquardt im Rundbrief LHL Frühling 2013



Wir nehmen Abschied von Paul

Nachruf auf Paul Krämer

Paul Krämer ist gestorben. Das ist eine bittere Nachricht für uns alle. Wir sprechen seiner Frau und seinen Kindern unsere herzliche Anteilnahme aus.

Paul Krämer hat uns für immer verlassen. Wir alle haben ihn gemocht, wir alle trauern um ihn und unseren Verlust.

Paul war unser Freund, er war sogar für viele ein väterlicher Freund. Die Schar der Menschen, mit denen er in seinem Berufsleben und danach in Kontakt gewesen ist, dürfte unüberschaubar sein. Wie oft hat er uns überrascht mit seinem bescheidenen Hinweis, daß er mit den Menschen, auf die wir bei den Recherchen für unsere Vereinsprojekte stießen, schon in Kontakt gestanden habe! Für uns war das eine Erfahrung, die uns zwar immer wieder verblüffte, auf der anderen Seite uns aber auch darin bestärkte, Pauls Rat ganz besonders hoch einzuschätzen.

Paul war ein durch und durch gradliniger Mann. Afrika war sein großer Traum, als er sich auf das Studium der Medizin verlegte. Aber er war nicht nur Mediziner im engeren Sinne. Er erlebte den täglichen Kampf ums Überleben in Afrika in vielen Jahren hautnah mit. So war es nicht verwunderlich, daß er sich nach seiner Rückkehr aus Afrika weiterhin mit den Menschen in Afrika verbunden fühlte. Vor allem bedrückte ihn die Erfahrung des ökologischen Niedergangs ganzer Regionen angesichts des Verlusts der Wälder, bedingt durch den Hunger nach Brennholz. Und seine Erfahrungen stützten sich auf viele Regionen, in denen er für unterschiedliche Organisationen und Institutionen tätig war.

Paul war ein mutiger Mann. Er scheute sich z.B. nicht, die Fehlentwicklungen, die ihm im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sichtbar wurden, öffentlich zu benennen und sogar ein Buch dazu zu verfassen. Es ist wohl nicht verwunderlich, daß alles getan wurde, um die Breitenwirkung dieser Analyse zu behindern.


Paul war ein ohne Einschränkungen hilfsbereiter Mensch. Wann immer er helfen konnte oder um Hilfe gebeten wurde, war er zur Stelle.

Und Paul war ein ungemein und breit gebildeter Mensch. Was wäre z.B. aus unserem Nigeria-Projekt mit den SAVE80 Herden geworden, wenn nicht Paul mit atmosfair gGmbH und dem TÜV die kritischen Fragen mit großem technischen und physikalischem Verstand erörtert und zufriedenstellend bearbeitet hätte! Wir können ihm dafür nicht genug danken!

Paul war nicht zuletzt auch der Experte für unsere fremdsprachlichen Kontakte. Immer wieder korrigierte er fremdsprachliche Textentwürfe oder übersetzte bereitwillig selbst anspruchsvolle technische Passagen.

Bei allem war Paul sehr bescheiden und hielt sich eher im Hintergrund. Es ging ihm ausschließlich um unsere Anliegen, für die er sich mit unglaublicher Intensität einsetzte. Wie oft sandte er uns Emails mit den Hinweisen auf interessante Entdeckungen im Internet! Und wie groß war die Zahl seiner persönlichen Kontakte, die zum Teil über viele, viele Jahre von ihm gepflegt wurden.

Ein lateinischer Spruch lautet „De mortuis nihil nisi bene“ – „Über Verstorbene sagt man nur Gutes“. Aber es fällt mir schwer, bei Paul an etwas zu denken, das menschlich weniger erfreulich gewesen sei. Er war ein gradliniger und konsequenter Mensch, dessen Herz nicht aufhörte, für das Wohl der unterprivilegierten und notleidenden Menschen in Afrika zu fühlen und zu arbeiten. Dieses Herz hat sich über die vielen Jahren vollständig verbraucht, es hat nun endgültig aufgehört zu schlagen.

Die Lücke, die Pauls Weggang bei uns im Verein reißt, wird so schnell nicht und vermutlich gar nicht aufzufüllen sein. Wir verneigen uns vor ihm und sagen aus ganzem Herzen Dank, was er für unser gemeinsames Anliegen getan und was er uns als Freund bedeutet hat.

Jürgen Marquardt, 1. Vorsitzender von LHL

Dr. med. Paul Krämer 1933-2013

Als auf einem der letzten Afrikatage der FUgE in Hamm eine Band afrikanische Rhythmen spielte, schwang Dr. med Paul Krämer, der da schon auf die 80 zu ging, plötzlich ganz flott das Tanzbein - und war wieder mitten in Afrika. Dort hat der Tropenarzt 13 Jahre gewirkt, viel Leid gesehen, aber auch viel Leid lindern oder heilen können u.a. in Algerien, Mosambik und vor allem im westafrikanischen Burkina Faso. Jürgen Marquardt vom Verein Lernen-Helfen-Leben e.V. (LHL) schreibt über seinen Vorstandskollegen: "Dr. Krämer scheute sich nicht, Fehlentwicklungen, die ihm im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sichtbar wurden, öffentlich zu benennen und sogar ein Buch dazu zu verfassen." Allerdings sei alles getan worden, "um die Breitenwirkung dieser Analyse zu behindern".

"So war nicht verwunderlich", schreibt der LHL-Vorsitzende weiter, "dass er sich nach seiner Rückkehr aus Afrika weiterhin mit den Menschen in Afrika verbunden fühlte." Und das mit zwei ganz zentralen Themen zu denen sich Dr. Krämer Kompetenzen erwarb, um ganz effektiv Veränderungen herbeiführen zu können: Das erste waren Gruppen, welche der Frauenbeschneidung den Kampf angesagt hatten. Dr.Krämer fand in Burkina Faso eine Initiative, die den Schrecken in einen harmlosen Ritus umfunktioniert hatte und sorgte z.B. dafür, dass diese Gruppe einen internationalen Preis bekam. Ihm selbst hat die Stadt Soest im Jahre 2009 den Bürgerpreis verliehen als Anerkennung für seine ärztlichen Verdienste in und für Afrika.

Der wichtigste Beitrag des "Unruheständlers" aus Soest in den letzten Jahren war jedoch sein Kampf für eine Verbesserung der Haushaltsenergie für die afrikanische Frau. "Ihn bedrückte die Erfahrung des ökologischen Niedergangs ganzer Regionen angesichts des Verlusts der Wälder, bedingt durch den Hunger nach Brennholz", schreibt Jürgen Marquardt von LHL in seinem Nachruf. Mit viel Kompetenz und Sachverstand setzte sich Dr. Krämer für die Verbreitung von Solarkochern und holzsparenden Öfen ein. Als Vorstandsmitglied von LHL war vor allem Dr. Krämer zu verdanken, dass der holzsparende Ofen SAVE80 vom UNO-Klimasekretariat als einer der ersten derartigen CDM-Projekte anerkannt wurde und inzwischen zehntausendfach in Nigeria Verbreitung findet. Ohne die profunde Kenntnis des UN-Systems und seine fremdsprachlichen Kompetenzen hätte LHL das Projekt nicht stemmen können. Als noch vor wenigen Wochen im SPIEGEL ein ähnliches Projekt in Sambia sehr kritisch als Beispiel für sicherlich berechtigte "Fehlleistungen des CDM-Systems" bewertet wurden, konnte Dr. Krämer als seine letzte öffentliche Aktion dieses Beispiel als "krassen Fehlgriff" bewerten. Er schrieb an das Hamburger Blatt "Das SAVE80-Projekt hätte eine kompetentere Darstellung verdient". Seine Frau Gretel, die er als Krankenschwester in Algerien kennen- und schätzen lernte, hat ihm immer den Rücken freigehalten. Noch nach Ostern konnte das Ehepaar Krämer eine Reise nach Tübingen unternehmen. Auch diese Reise galt einem LHL-Projekt, wo er vor allem Gespräche über den für ihn hochinteressanten "Pflanzenkohlekocher" (Pyrokocher) führte, zu dem er vorhatte nächsten Oktober ein Fachseminar zu organisieren. Das muß jetzt LHL ohne ihn durchführen. Montagabend, 29. April, ist Dr. Paul Krämer in Soest im Alter von 80 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben.(H.R.)



Soester Anzeiger, 4. Mai 2013

Auf Wunsch von Dr.Paul Krämer und der Familie findet die Beisetzung in aller Stille statt. 

Nachruf von atmosfair, Berlin



LHL gratulierte in Soest




Soest, 6. Januar 2013. Im Namen des Vorstandes und weiterer Mitglieder gratulierte heute Vorstandsmitglied Irène Freimark-Zeuch Herrn Dr. Paul Krämer zum 80. Geburtstag - und das hat sichtlich Freude gemacht!

Auch ein Geschenk war dabei, Bio-Essig und Öl und ein Gutschein für weitere Köstlichkeiten.


5. Januar 2013

Lieber Paul,

wenn wir nicht alle so weit auseinander wohnten, würden wir Dir persönlich zu Deinem runden Geburtstag am Dreikönigstag unsere Glück- und Segenswünsche überbringen.

So wird Dir Irene in unser aller Namen zu Deinem großen Tage gratulieren.

Ein alter irischer Segenswunsch lautet:

Mögest Du leben, so lange Du willst,

und es wollen , so lange Du lebst.

Dir und Gretel und Deiner Familie wünschen wir einen guten und harmonischen Tag. Wir alle wünschen uns, daß Du neue Lebensfreude tankst und uns noch viele Jahre mithilfst, die Welt ein klein wenig gerechter und lebensfreundlicher zu machen.

In alter Freundschaft und für den Vorstand von LHL e.V.




Irène: "Mission erfüllt"


"Paul hat sich riesig gefreut, dass wir an ihn gedacht haben und uns
sogar Gedanken über ein angemessenes Geschenk gemacht haben. Der
Gutschein kam sehr gut an, auch der Granatapfelessig und das besondere
Öl. Auch Gretel hat sich sehr gefreut!


Ich habe Paul gesagt, dass wir versucht haben einen
Artikel zu seinem Geburtstag in die Zeitung zu bekommen und dass das
leider nicht geklappt hat. Ich habe ihm auch gesagt, dass er unbedingt mal auf die Homepage von LHL gucken sollte. Er wollte wissen, was denn da sei? Dann ging er umgehend zum Computer .... und hat sich wirklich riesig gefreut!!!
"




Zum 80. Geburtstag von Dr. med. Paul Krämer, Vorstandsmitglied von LHL



Am Dreikönigstag 2013 wird unser Paul 80 Jahre alt. Wir können dies gar nicht fassen. Geboren noch in der Weimarer Republik, kurz vor der "Machtergreifung" des Tausendjährigen Reiches, das glücklicherweise nur 12 Jahre sein Unwesen treiben konnte, hat Paul somit dessen Untergang als 12jähriger erlebt, als Schüler eines Gymnasiums in Hamm in Westfalen. Später konnte Paul Tropenmedizin studieren und lebte viele Jahre in Afrika, wo er, das ist nicht zu übersehen, dann auch sein Herz verloren hat, obwohl das vorher - schon in Afrika - bei seiner Frau Gretel in guten Händen war. Mit Gretel aus Österreich, die "seine" Krankenschwester war, fand Paul die Kameradin, mit der man "Pferde stehlen" konnte und so waren weitere Bemühungen der Damenwelt zwecklos, wie Paul gelegentlich schmunzelnd erzählt. Die beiden lebten viele Jahre in Burkina Faso, in Algerien, in Mosambik und in anderen afrikanischen Ländern und als die berufliche Laufbahn sich der Pensionsgrenze näherte, wechselte Paul problemlos in den "Unruhestand". Und Unruhe war zweifellos angesagt: Seine wichtigste Aufgabe sah der Tropenarzt Dr. Krämer in der Bekämpfung der Frauenbeschneidung in Afrika und er konnte in Burkina Faso Erfolge buchen: Die grausame Tradition wurde in einen symbolischen Ritus konvertiert. Seine Partnerorganisation bekam dafür sogar einen internationalen Preis verliehen. Aber auch sonst blieb die afrikanische Frau im Blickfeld von Paul. Als "Unruheständler" war ihm sofort die Frage der Verbesserung der Haushaltsenergie ein Herzensanliegen. Denn in 90 % der afrikanischen Haushalte wird noch mit dem Drei-Steine-Ofen gekocht mit viel Holz und viel Qualm. Seit vielen Jahren bemüht sich Paul um Verbesserungen und hat dazu zunächst natürlich auf Solarenergie gesetzt, auf Solaröfen und davon auch etliche nach Burkina Faso vermittelt. Paul hat an einem Buch zu diesem Thema mitgewirkt. Vgl. Die Grünen, Soest.

Doch den "Durchbruch" brachte nicht die Solarenergie.

In Nigeria wird mit Holz gekocht und in wenigen Jahren ist - wenn alles so weitergeht - der letzten Regenwald abgeholzt. Vom Norden her dringt die Wüste Sahara immer weiter vor. Mit "Pilotprojekten" läßt sich dem nicht beikommen und mehr bot bisher die "Entwicklungshilfe" nicht. Vor ein paar Jahren hat sich Paul hingesetzt und eine Alternative gefunden: Die Finanzierung durch CDM, Climate Develoment Means. Keiner sonst von uns blickte durch, aber Paul hat uns, wie ein Kapitän zielsicher durch die Klippen gelotst und bei dem UNO-Klimasekretariat das erste CDM-Projekt anerkannt bekommen für holzsparende Öfen in Nigeria. Endlich konnte in großem Maßstab kostengünstig ein Ofen unter die Leute gebracht werden, der 80 % Holz einspart. Die Nigerianer sind begeistert. Und schon jetzt sind Zehntausende solcher Öfen in Betrieb. 

Diese Bilder wären ohne Dr. Paul Krämer nicht denkbar...

Inzwischen sind Zehntausende und bald Hunderttausende holzsparender Öfen in Nigeria im Einsatz.

Als wir im Sommer 2012 im Umweltinformationszentrum der Stadt Düsseldorf (die übrigens das Nigeria-Projekt finanziell über atmosfair unterstützt) mit unseren afrikanischen Partnern zusammenkamen, war Dr. Paul Krämer natürlich ganz vorne mit dabei. Und jetzt ist Paul schon 80!

Wir gratulieren ganz herzlich


und danken vor allem Gretel, die dafür sorgt, daß Paul nicht am Schreibtisch oder am Computer festwächst, sondern immer wieder auch mit ihr wandert, an der Mosel, in Österreich, im schönen Frankenland oder wo auch immer. Heute werden Kinder und Enkel zu den Gratulanten gehören. Und natürlich wir alle von LHL - denn, Hand aufs Herz, was wäre LHL ohne Paul, der irgendwann vor ein paar Jahren (für das Nigeriaprojekt) die rettende Idee hatte: "Ich bin da noch Mitglied in einem kleinen Verein, der sich bisher bloß um den Tschad kümmert. Ich könnte Jürgen Marquardt, den Vorsitzenden, fragen, ob wir das Nigeriaprojekt da unterbringen dürfen." Tja - und damit wars passiert. Inzwischen haben viele weitere "angedockt" und LHL hat heute Projekte nicht nur im Tschad und in Nigeria, sondern auch in Burkina Faso, in Togo, in Namibia, in der Demokratischen Republik Kongo und zwar im Westen und im Osten, auf Madagaskar und neuerdings auch in Kenia. All das wäre ohne die rettende Idee damals von Paul gar nicht entstanden. Schließlich stellte sich noch heraus, daß der Vorsitzende Jürgen Marquardt auch in Hamm in Westfalen auf dasselbe Gymnasium ging, an dem Paul sein Abi baute. Damals waren sich die beiden damals jungen Männer - Jürgen ist ein paar Jahre jünger - schonmal über den Weg gelaufen und hatten das nicht ganz vergessen...

7.1.13

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

über die Glückwünsche zu meinem 80. Geburtstag, die mir Irène im Namen des Vorstands überbracht hat, und den Text auf der LHL-Netzseite habe ich mich riesig gefreut. Das hat mir richtig Auftrieb gegeben. Aber aus der Lobrede auf der LHL-Netzseite muss ich den folgenden Satz dementieren: „Seine wichtigste Aufgabe sah der Tropenarzt Dr. Krämer in der Bekämpfung der Frauenbeschneidung in Afrika und er konnte in Burkina Faso Erfolge buchen: Die grausame Tradition wurde in einen symbolischen Ritus konvertiert.

Während meiner Zeit als Tropenarzt in Burkina Faso (1969-1977) war die Beschneidung noch kein Thema.  Das kam erst später. Die Umwandlung der Beschneidung in einen symbolischen Akt war auch nicht mein Erfolg, sondern zu 100% derjenige der Frauenorganisation APFG, siehe Anlagen 1 (pdf, 94,4 kb,  Vortragsmanuskript von 1999) und Anlage 2, (pdf 212,5 kb, unveröffentlichter Artikel von 2007). Ich habe den Erfolg nur bei Besuchen in Burkina Faso ab 1995 zur Kenntnis genommen und die Rolle eines Herolds gespielt. Leider konnte ich den Artikel (Anlage 2) nirgends anbringen, wohl wegen der darin enthaltenen Kritik an der GTZ und der Entwicklungszusammenarbeit im Allgemeinen. Aber mein Vorschlag für die Preisverleihung an die APFG durch die „Women’s World Summit Foundation“ im Jahr 2007 war erfolgreich, siehe: WWSF.   

Viele Grüße

Paul



"Liebe Leute" - Der Blog von Paul


Dr.Paul Krämer ist Vorstandsmitglied von LHL und entdeckt immer wieder interessante Zusammenhänge, nützliche Dinge.

Paul hat 13 Jahre als Tropenarzt in verschiedenen Ländern Afrikas gelebt und sein Herz dort gelassen.




Fehlleistung von : "Das Lusaka Sustainable Energy Project 1 hätte eine kompetentere Darstellung verdient."


Im Spiegel Nr.14 erschien ein kritischer Artikel über ein SAVE80 Projekt in Sambia, das vergleichbar ist mit dem SAVE80-Projekt von LHL und dem nigerianischen Partner DARE in Kaduna.
Der Text des Artikels findet sich auf der englischsprachigen Internetseite des Spiegels
CO2 Emissions: Can Europe Save Its Cap-and-Trade System?

SAVE80 bei einer Präsentation in Abuja (Nigeria) Photo: Y.A.

Paul hat dazu einen kritischen Leserbrief verfasst.

An: 'leserbriefe@spiegel.de'; Eva Filzmoser
Betreff: Betr. "Eine großem Luftnummer", Artikel von Nils Klawitter, DerSpiegel Nr. 14

Dienstag, 9. April 2013 09:36

Sehr geehrter Herr Klawitter,

ich bin selbst Mitglied des CDM-kritischen „Carbon Market Watch  Network“ und habe Ihren Artikel „Eine große Luftnummer“ in Der Spiegel“ Nr. 14 gelesen.  Die Qualität des Artikels hat mich tief enttäuscht.

·         Mich stört der Satz: „Wobei Dinge wie die Fliegerei und die Produktion der Öfen gar nicht ins Gewicht zu fallen scheinen“ (gemeint sind die Emissionen). Die Emissionen der „Fliegerei“ und die Herstellung der holzsparenden Öfen dürfen nicht dem Projekt angelastet werden.  Ein anderes Vorgehen würde zu einer Mehrfachzählung führen. Für die Emissionen von Flugzeugen sind die Fluggesellschaften bzw. die Fluggäste verantwortlich. Die Emissionen bei der Herstellung der Öfen sind Emissionen der Industrie und nicht der Haushalte, welche die Öfen benutzen.

·         Auch der Satz „Dennoch schrieb der TÜV Süd dem Projekt 43000 Tonnen CO2-Einsparungen gut“ ist falsch. Die Gutschriften sind Sache des Exekutivbüros (EB) von CDM. Der TÜV Süd als Prüfinstanz kann nur die Gutschrift empfehlen.

·         Die Emissionsminderungen werden nicht RWE gutgeschrieben, sondern dem sambischen Projektbetreiber „Presbyterian Church of Africa in Zambia“, der diese an RWE weiterreicht und damit seine Schulden bei RWE im Zusammenhang mit der Beschaffung der Herde begleicht. Der dritte Projektpartner ist „Climate Interchange AG“ in Garching. RWE hat die Beschaffung vorfinanziert (sog. upfront payments) und ist zugleich als Korrespondenzpartner von UNFCCC die  „Managing Entity“ des Projekts. Die Dokumente zum Projekt können heruntergeladen werden von  http://cdm.unfccc.int/Projects/DB/TUEV-SUED1252930846.25/view . Bei den derzeitigen Kohlenstoffpreise erscheint es mir eher unwahrscheinlich, die die finanziellen Aufwendungen von RWE durch die Emissionsminderungszertifikate gedeckt werden können.

·         Weiter stört mich der Satz „Mitarbeiter des Projekts hatten ihr berichtet, fast zwei Drittel der Öfen seien nicht mehr auffindbar. Eine solche Aussage muss belegt werden, sonst ist sie üble Nachrede. Der Hinweis auf angebliche Aussagen Dritter reicht da nicht.

·         Der Satz „Zudem hätten die angeheuerten Bauern, die für die brennbare Biomasse sorgen sollten, nur eine Tonne Sträucher im Monat ernten können, nicht 1.000 Tonnen wie benötigt“ suggeriert einen Zusammenhang, der nicht existiert. Das Projekt zielt auf den Ersatz von jährlich mehr als 1 Tonne Holzkohle pro Haushalt (das entspricht etwa 6 Tonnen Holz als Rohmaterial) durch ca. 0,5 Tonnen Brennholz. Vereinfachend kann man also rechnen, dass 30.000 Haushalte pro Jahr ca. 15.000 Tonnen Stöckchen für die Brennholzöfen Save80 brauchen, also etwas mehr als  1.000 Tonnen pro Monat. Es gibt keine zentrale Brennstoffversorgung für die Haushalte im Projekt, und daher auch keine zentrale Erfassung der Quellen und Mengen von Stöckchen und Zweigen.  Aber es gibt viele Quellen und die Privatinitiative ermöglicht eine kostengünstige Versorgung. Die Haushalte sind frei in ihrer Versorgung, und die Versorgung aus nicht zertifizierten Quellen wird sehr konservativ als Projektemission gezählt. Eine Nullemission würde Rohkost voraussetzen.

·         Die Fehlleistungen des CDM-Systems am Beispiel der Holzsparkocher exemplifizieren zu wollen, ist m.E. ein krasser Fehlgriff. Da gibt es bessere Beispiele, wie gewisse Firmen der Kühlmittel- und der Düngemittel-Industrie, insbesondere in Indien und China. Das Projekt „Lusaka Sustainable Energy Project 1“ hätte eine kompetentere Darstellung verdient.

 

Mit freundlichen Grüßen

Paul Krämer




Sent: Wednesday, April 10, 2013 3:14 PM

Subject: Geräte zur Herstellung von Biomasse-Briketts

Liebe Leute,

Hier sind Maschinen zur Konditionierung von Biomasse:

Hands-on engeneering open source designs: http://home.fuse.net/engineering/ewb_project.htm Man sieht einfache, teils handbetriebene Maschinen - meist aus Holz- und die dazugehörigen Baupläne. Es handelt sich um Maschinen zum Zerkleinern von Biomasse und zum Brikettieren. Unten auf der Seite kann man eine PP-Präsentation herunterladen mit dem Titel: „How to make briquettes without a press“. Auch wenn wir nicht unbedingt die Brikettes mit der Hand formen wollen, erkennt man doch sehr gut, wie der Vorgang im Prinzip abläuft, und dass die Brikettierung im Grunde nicht schwierig ist, und dass man nicht auf technisches Gerät warten muss um anzufangen.

Außerdem mache ich aufmerksam auf das Handbuch „Easy BioMold, Biomass Briquette Mold Drawings and Asssembly Compendium “ (31 Seiten, 6,3 MB), siehe http://home.fuse.net/engineering/biomass/Easy_BioMold_Your_Choice.pdf

Sieht jemand eine Möglichkeit, eines oder mehrere dieser Geräte nachzubauen?

Gefunden habe ich diese Dateien über die Netzseite „Haiti Reconstruction“, siehe http://haitireconstruction.ning.com/page/briquetting-1

Viele Grüße

Paul





3. April 2013

Liebe Leute,

Hier sind einige Filme zum Thema Barfuß-Ingenieurinnen, die das Anschauen lohnen:

“No Problem”: http://www.youtube.com/watch?v=a2JPwotX9hY&feature=youtu.be (Kurzfilm)

“Barefoot; The approach in Africa”:  http://www.youtube.com/watch?v=xuBbWr_P1oQ (Kurzfilm)

“Solar Mamas”: http://www.barefootcollege.org/watch-solar-mamas-free-online/ (60-Minuaten-Film)

Viele Grüße

Paul



13. Februar 2013

Liebe Leute,

im Internet habe ich eine recht gute Erklärung der Funktionsweise eines Pyrolysekochers (Pyrokochers) gefunden:  http://www.ithaka-journal.net/kochen-mit-bioabfallen-und-dabei-kohle-produzieren Weitere Infos findet man unter http://www.stumbleupon.com/su/3HT9wK/drtlud.com/2012/04/04/rice-husk-gasifier-developments-new-papers-available/ Eine kurzgefasste Bauanleitung aus dem Internet hänge ich als Anlage an. Kann jemand von uns − oder aus unserm Umfeld − anhand der Bauanleitung einen solchen Ofen bauen? Bei diesen Öfen wird die  Biomasse nicht verbrannt, sondern durch Hitzeeinwirkung in Holzgas und feste Bestandteile zerlegt. Nur erstere werden verbrannt. Die übrig bleibende Holzkohle (Biochar) kann getrennt davon ebenfalls als Brennstoff genutzt  werden, oder sie wird zur Bodenverbesserung eingesetzt (als Bestandteil der Schwarzerde, portugiesisch „Terre Preta“).

Siehe auch „Interessengemeinschaft Nordwestschweiz – Projekt Haiti“ http://kaskad-e.ch/microgasifier_IG-Pyrolyse-NWCH_v3.pdf

Viele Grüße

Paul


13. Februar 2013

Lieber Paul,

Ich habe neuerdings eine Lampe „Berger“ gekauft, die nach dem System der Pyrolyse funktioniert. Eine spezielles Duft Öl wird angemacht, dann nach 2 Minuten bläst man die Flamme aus… und es „verduftet“ stundenlang. Dabei ist der obere Teil der Lampe die ganze Zeit brennend heiß.

Es ist toll! Vielleicht ist es ein ähnliches System mit dem Ofen?

Ch.



3. Februar 2013

Liebe Leute,

hier könnte es sich um eine revolutionäre Neuentwicklung auf dem Gebiet der Photovoltaik handeln. Schaut Euch doch mal diese Netzseite an: http://v3solar.com/press-releases/ : Das Produkt soll im zweiten Quartal 2013 unter Lizenz hergestellt werden und im dritten Quartal soll die Massenherstellung anlaufen.

Viele Grüße

Paul



20. Januar 2013

Liebe Leute,

Arwed hat mich eben angerufen. Das Problem der Wegwerfbatterien stellt sich immer mehr als zentral heraus. Arwed hatte angeregt, dass die In der Schulkinder der Schule, welche die Solaranlage bekommen hat, die Batterien sammeln. Dabei seien gleich am ersten Tag rund 2000 zusammengekommen. Pro Person werden etwa 8-10 Euro im Jahr für Batterien ausgegeben; bei einer großen Familie können 300 Euro zusammenkommen.

Morgen beginnt Arwed seine Reise nach Bobo-Dioulasso. Die dortige Fabrik stelle aber kein Akkus her, sondern Batterien. Danach will er nach Gaoua fahren, meine alten Einsatzort. In 14 Tagen kehrt er noch einmal nach Gourgou zurück.

Viele Grüße

Paul




19. Januar 2013



Liebe Leute,

schaut Euch einmal die Netzseite der „Nigerian Alliance for Clean Cookstoves“ an: http://www.nigeriacookstoves.org/ Diese will bis 2020 zehn Millionen saubere Kochherde unter das Volk bringen. Erstaunlich ist, dass der Save80 nicht genannt wird; wenn man rechts unter dem Video-button den Suchbegriff „Save80“ eingibt, ist das Ergebnis 0. Auch DARE wird nicht erwähnt. Das können wir aber ändern, indem wir uns als „Implementer“ registrieren lassen....

Viele Grüße

Paul



18. Januar 2013

Liebe Leute,

in der Anlage befindet sich die Liste der Schriften, die ich der Nigeria-Delegation übergeben habe. Es handelt sich in erster Linie um Veröffentlichungen des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung „Globale Umwelt“ (WBGU). Übrigens kann man alle Schriften des WBGU von der Netzseite wbgu@wbgu.de herunterladen oder kostenlos bestellen. Die meisten liegen sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache vor.

Viele Grüße

Paul



Publications handed over to the Nigeria- Delegation:

(all WBGU publications can be downloaded as full text from www.wbgu.de)

  1. WBGU (German Advisory Council on Global Change) Flagship Report “World in Trasition, A Social Contract for Sustainibility”, Berlin 2011, ISBN 978-3-936191-37-0, 396 Seiten,

  2. WBGU World in Transition, Future Bioenergy and Sustainable Land use, Summary for Policy-Makers, ISBN 978-3- 936191-24-0, 18 pages,

  3. WBGU Factsheet No.1/2011, A Social Contract for Sustainibility, ISBN 978-3-936191-51-6, 4 pages,

  4. Financing the Global Energy-System Transformation, Policy Paper 7, Berlin 2012, ISBN 978-3-936191-61-5, 39 pages,

  5. WBGU Factsheet No. 2/2011 Transforming Energy Systems, ISBN 978-3-936191-53-0,

  6. WBGU Factsheet No. 3/2011, Global Megatrends, ISBN 978-3-936191-55-4,

  7. WBGU Factsheet No. 4/2011, The Transformation towards Sustainibility, ISBN 978-3-936191-57-8,

  8. WBGU Factsheet No 5, Research and Education: Drivers of Transformation, ISBN 978-3-936191-59-2,

  9. WBGU Factsheet No.2/2009, Climate Change: Why 2° C? ISBN 3-936191-33-6,

  10. WBGU Factsheet No. 3/2009, The WBGU Budget Approach, ISBN 3-936191-31-8,

  11. WBGU World in Transition, Fighting Poverty through Environmental Policy, Summary for Policy-Makers, ISBN 3-936191-08-5, 9 pages,

  12. WBGU World in Transition, Towards Sustainable Energy Systems, Summary for Policy-Makers, ISBN 3-936191-02-6, 10 pages,

  13. WBGU Bioenergy Factsheet 1/2009, ISBN 3-936191-29-5,

  14. WBGU Climate Change as a Security Risk, Summary for Policy-Makers, ISBN 978-3-936191-20-2, 13 pages,

  15. WBGU International Symposium, Towards Low-Carbon Prosperity: National Strategies and International Partnerships, 9May 2012, Akademie der Künste, Berlin, Text Documentation, ISBN 978-3-936191-62-2



  1. Stefan Cramer, Abstract of the PP-Presentation “Climate Change – An overlooked Factor in Nigeria’s Future”, presented at the International Conference : “Nigeria: Too Rich for Dignity and the Law?” Evangelische Akademie Loccum, 2007, http://www.loccum.de/material/interpol/nigeria/cramer.pdf

  2. Paul Krämer: “Customs Policy hinders eco-development: An experience from Nigeria”, in Boiling Point No. 59, 2011, published by the Household Energy Network (Hedon), http://www.hedon.info/View+Article&itemId=11717



17. Januar 2013

Liebe Leute,

hier gibt es Neues zur Initiative des Aprovecho-Instituts!

Gruß

Paul

 

Von: info@instove.org [mailto:info@instove.org]
Gesendet: Donnerstag, 17. Januar 2013 01:34
Betreff: Improving cooks' lives in Haiti and new developments in Uganda

Dear friends,

As InStove continues to grow and expand, I must thank you for your ongoing support! It is important to me that we share how your involvement is helping InStove accomplish our goals around the world! It is my pleasure to introduce our first newsletter. Please take a look and once again - thank you!

Sincerely,

Fred Colgan, Executive Director of Institutional Stove Solutions (InStove)

Hier lässt sich der Newsletter von InStove runterladen (672,3 kb, English)



Diskussion zu dieser Email:

Sent: Thursday, January 17, 2013 7:56 AM

Subject: Re: Improving cooks' lives in Haiti and new developments in Uganda

Lieber Paul,

aber der Ofen kostet 650 Dollar!

Wer kann das denn bezahlen?

Gruß Heinz




Sent: Friday, January 18, 2013 12:51 AM

Subject: Re: Improving cooks' lives in Haiti and new developments in Uganda

Ja aber ....
dieser Kocher besitzt einen 60 l-Topf und ist also mit dem S80 nicht zu vergleichen, auch nicht mit dem Speedmaster, denn dieser ist gerade einmal halb so groß.
Und für unseren neuen Speedmaster werden wir einen Preis knapp über 1000 € verlangen müssen, dafür allerdings gibt es zwei große Töpfe dazu und eine riesige Wonderbox.
Am Markt passiert einiges.
In dieses Geschäft ist auch in irgend einer Weise Habiba involviert und der uns schon bekannte Professor Eleri!
Wie klein ist doch die Welt.
Gruß
Bernd



Sent: Friday, January 18, 2013 7:16 AM

Subject: Re: Improving cooks' lives in Haiti and new developments in Uganda

Hallo Bernd,

bei InStove habe ich mehrmals von einer Factory-in-a-Box gelesen. Das erinnert mich an die Diskussionen, ob der Save80 nicht auch vor Ort gefertigt werden könnte. Ich denke, bei einer größeren Anzahl wird sich diese Frage wieder stellen. Das passt ja auch zu der Idee einer Ausbildung.

Grüße,

Hubert





Sent: Tuesday, January 15, 2013 11:31 AM

Subject: Re: Arwed in BF


Hallo Paul;

die Solaranlage in  der Schule in dem Dorforf Gourgou laeuft inzwischen gut. Donnerstag ist feierliche Einweihung.
Ich recherchiere dann weiter in Sachen Wegwerfbatterien. Bisherige Erkenntnis: ein durchschnittlicher bäuerlicher Familienverband mit 19 Personen verbraucht in Kleingeräten tausend Wegwerfbatterien pro Jahr: Kosten 150 EURO. Die Alternative sind nicht Solarlampen , sondern solaraufladbare Akkus. Kosteneinsparung 50 bis 60 Prozent. In Gourgou werden die ersten 40 Akkus zu diesem Zweck ab nächste Woche getestet.

In Burkina Faso gibt es eine Fabrik die diese kleinen Batterien herstellt; keine Akkus. Könnte sie bestimmt. Das werde ich klären:

Soviel erstmal.

Grüsse aus der Sonne
Arwed



Sent: Saturday, January 12, 2013 4:30 PM

Subject: Arwed in BF

Liebe Leute,

gestern hat mich Arwed aus Burkina Faso angerufen. Es geht ihm gut und die Solaranlage auf der Schule in G. soll an diesem Wochenende fertig werden. Er sagte, Petroleumlampen würden kaum noch benutzt wegen der hohen Preise für das Petroleum. Die Beleuchtung geschehe überwiegend mit tragbaren Lampen (Taschenlampen) die mit Batterien betrieben werden. Dadurch fallen große Zahlen an leeren Batterien an, die einfach weggeworfen werden. Er will zu diesem Thema eine Erhebung veranlassen. Während Solarpaneele „überall“ angeboten würden, seien Akkus nicht sehr verbreitet. Aber es gebe in Bobo-Dioulasso eine Fabrik, die Akkus herstelle. Die wolle er aufsuchen. Er will ca. allem 5 Tage anrufen.

Viele Grüße

Paul



Sent: Saturday, January 12, 2013 4:13 PM

Subject: Mali/Nigeria

Liebe Leute,

Zur Zeit kann man unter http://www.heute.de/Frankreichs-Luftwaffe-drängt-Islamisten-in-Mali-zurück-26123618.html?tabNo=1 ein sehr interessantes längeres Video anschauen. Es hat den Titel: „Ausverkauf in Afrika“, und zeigte das Vorgehen eines amerikanischen Agrarinvestors in Mali der ein Zuckerrohrprojekt betreiben will. Dies Projekt ist allerdings durch die Militärrevolte vom 21.03.2012 undurchführbar geworden. Der Investor will sich jetzt nach Nigeria wenden, wo sich die Regierung anscheinend entgegenkommend zeigt.

Viele Grüße

Paul




LHL gratulierte in Soest


Soest, 6. Januar 2013. Im Namen des Vorstandes und weiterer Mitglieder gratulierte heute Vorstandsmitglied Irène Freimark-Zeuch Herrn Dr. Paul Krämer zum 80. Geburtstag - und das hat sichtlich Freude gemacht!
Hier weiterlesen

2. Januar 2013

...wie aus dem Link http://africa-regreening.blogspot.de/ hervorgeht, hat eine 25 Personen umfassende Delegation aus Nigeria den Niger besucht, um sich über die dortigen der Wiederbegrünung und Landforstwirtschaft (Agroforestry) zu informieren. Die Reise wurde organisiert von der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) in Nigeria und der „African Regreening Initiative“ (ARI). Finanziert wurde die Reise von der HBS und dem „International Fund for Agricultural Development“ (IFAD). Die Bilder von beiden Seiten der Nigrisch-Nigerianischen Grenze zeigen auch einen kleinen, aber deutlichen Unterschied: auf der Seite des Niger gibt es mehr Bäume und ist es grüner  als auf der nigerianischen Seite. Wir sollten einmal darüber nachdenken, ob wir die Technik, die im Niger angewendet wurde, auch in Kaduna State einführen können. 

Seht Euch auch bitte einmal diese Links zum gleichen Thema an!

Viele Grüße

Paul



30. Dezember 2012

Liebe Leute,

hier ist ein weiterer Artikel in „Le Monde Diplomatique“ zur Methode von Yacouba Sawadogo (Burkina Faso) zur  natürlichen Wiederbegrünung und Bodenverbesserung:

Deutsche Ausgabe: http://www.monde-diplomatique.de/pm/2010/08/13.mondeText1.artikel,a0052.idx,17

Französische Ausgabe: http://www.monde-diplomatique.fr/2010/08/HERTSGAARD/19540

Ich möchte auch aufmerksam machen auf Filme zum Thema:

http://vimeo.com/45762156

http://www.1080films.co.uk/Yacoubamovie/

http://www.1080films.co.uk/project-mwsd.htm

Den Artikel in der Zeit vom 19.11.2012 mit dem Titel „Der Mann, der die Wüste aufhielt“ habt Ihr ja wahrscheinlich gelesen. Hier ist noch einmal der Link dazu: http://www.zeit.de/2012/49/Hunger-Sahelzone-Baeumepflanzer

Viele Grüße, und einen guten Rutsch!

Paul

 
4.12.12


Liebe Leute,

von dieser Seite kann der Weltbank-Bericht „Turn Down The Heat“ in verschiedenen Sprachen heruntergeladen werden: http://climatechange.worldbank.org/content/climate-change-report-warns-dramatically-warmer-world-century. Der Bericht führt die heraufziehenden Gefahren drastisch vor Augen. Eine kurze Zusammenfassung in deutscher Sprache der wesentlichsten Punkte findet Ihr hier: http://germanwatch.org/de/5907

Viele Grüße

Paul




30.11.12

Liebe Leute,

in der „Zeit“ Nr. 49 vom 29 November 2012 steht auf Seite 17-19 ein interessanter Artikel mit der Überschrift „Der Mann der die Wüste aufhielt“. Autorin ist Andrea Reska. Der Artikel handelt behandelt die Arbeit und die Methode von Yacouba Sawadogo, einem analphabetischen Bauern in Gourga, Burkina Faso, der Wälder gepflanzt und seine Ernteerträge erhöht hat, und mittlerweile zu hohem Ansehen gekommen ist. Lesenswert!

Viele Grüße

Paul



21.11.12

Illegale Finanzströme, die Afrika verlassen – ein Problem für die Armutsbekämpfung

Africa: Illicit Financial Flows - a Constraint On Poverty Reduction in Africa:

http://concernedafricascholars.org/wp-content/uploads/2012/11/caploss03-nkuru-14th.pdf


15.11.12

News: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)

WBGU-Gutachten „Große Transformation“ jetzt als videobasierte Lehrveranstaltung online

Berlin/Bremen, den 15. November 2012. Das WBGU-Gutachten „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ ist jetzt als videobasierte Lehrveranstaltung in englischer Sprache erschienen (http://wit.va-bne.de/ oder http://www.wbgu.de/trafoseminar). Die Mitglieder des WBGU und weitere Mitarbeiter präsentieren die Inhalte des Gutachtens und Fragen der wissenschaftlichen Politikberatung in elf Le rneinheiten (mit jeweils 2x 30min Vortrag und einem 30 minütigen Interview zur Vertiefung und Reflexion).

Die Lehrveranstaltung „World in Transition“ des WBGU entstand in Kooperation mit der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit, ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördertes Projekt der Universität Bremen. Ziel ist es Studierenden und Hochschulen frei zugängliche und kostenfreie Online-Lehrveranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit anzubieten.

Dieses Angebot richtet sich an Studierende aller Studiengänge und kann von Hochschulen im Bereich Studium Generale, offenes Studium oder Wahlpflichtbereich integriert werden. Nach einer bestandenen elektronischen Prüfung können Creditpoints erworben werden. Erste deutsche Universitäten haben das Lehrangebot bereits aufgegriffen. 

Die videobasierte Lehrveranstaltung ist auch ein Beitrag zum Wissenschaftsjahr 2012 des BMBF „Zukunftsprojekt Erde“.

Wenn Sie Interesse haben die Lernvideos an Ihrer Hochschule zu nutzen, informieren wir Sie gern zu den unterschiedlichen Integrationsmöglichkeiten.

 Kontakt:

WBGU: Dr. Benno Pilardeaux bpilardeaux@wbgu.de

Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit: Nadine Dembski dembski@va-bne.de

  

PS: Die Dokumentation des WBGU Symposiums „Towards Low-Carbon Prosperity“ is now online: 

http://www.wbgu.de/symposium-2012/



8.11.12

Liebe Leute,

atmosfair gGmbH hat ein Biogas-Projekt in Kenya, siehe https://www.atmosfair.de/en/our-projects/projekte00/kenya-biogas-units/

Viele Grüße

Paul




26. Oktober 2012

Liebe Leute,

Über die Korruption im nigerianischen Öl- und Gassektor hat die BBC eine Bericht unter dem Titel: Nigeria: 'Oil-gas sector mismanagement costs billions', siehe

http://www.bbc.co.uk/news/world-africa-20081268.

Viele Grüße

Paul




17. Oktober 2012

Liebe Leute,

Zum gestrigen Tag der Welternährung gab es mindestens eine wichtige Veröffentlichung in der taz  und einen überaus sehenswerten  Film auf ARTE von Marie-Monique Robin, „Zukunft pflanzen“  (frz. „Les moissons du futur“, Trailer): Den ganzen Film kann man anschauen. 

In dem taz-Artikel wird beschrieben, wie die von den G8-Staaten und Russland beschlossene   Allianz für Ernährungssicherheit in Afrika  versucht, „die Verteilung von frei verfügbarem und nicht verbessertem Saatgut systematisch zu beenden“ um Privatinvestitionen in die Landwirtschaft zu fördern . Dahinter stehen die großen Agrarkonzerne wie Monsanto.

Der 90-Minuten-Film von Marie-Monique Robin zeigt auf sehr eindrucksvolle Weise, dass die industrielle Landwirtschaft ein Irrweg ist, der zu mehr Hunger führt und dass die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung im Gegenteil nur durch ökologisch und sozial angepasste Landwirtschaft erreicht werden kann.

Kann jemand von Euch den Film aufnehmen und archivieren?

Viele Grüße

Paul



16. Oktober 2012

Liebe Leute,

Die Firma Trunz Water Systems (Schweiz) hat 6 solarbetriebene Wasseraufbereitungsanlagen in Nigeria bereitgestellt, siehe hier (pdf) auf Seite 35 und folgende. Die Technik ist aufwendig, 24 V Gleichstrom Solarpanels, Druckpupe, Ultrafiltration oder Umkehrosmose.

Auch in Madagascar (St. Augustin) wurde eine solche Anlage errichtet, und zwar in Verbindung mit „ADES Solaire“ für ca. 300 Einwohner. 

Es gibt dazu auch eine „Fallstudie Madagaskar“ (pdf). Schaut Euch auch bitte mal die Seite Trinkwasserkosten an siehe hier (pdf)

Es gibt von Trunz auch ein kompaktes System für Notfälle nämlich den „Survivor 300“ (siehe Abbildung), das 180 Liter Wasser/Stunde liefert. Dazu gehören Faltbare Solarpaneele.


Für uns sind diese Anlagen vermutlich bis auf weiteres viel zu teuer. Auch eine Breitenwirkung ist so wohl sehr schwer zu erzielen. Aber es gibt preisgünstigere Lösungen. Dabei denke ich auch an den Wasserrucksack.

Viele Grüße

Paul

11.10.12



Liebe Leute,

ich bin auf eine interessante und wichtige Art der Wasseraufbereitung in Katastrophenfällen gestoßen:

Wasserrucksack „Paul“ (hat nichts mit mir zu tun), kann im Dauerbetrieb bis zu 1200 Liter Wasser am Tag liefern. Siehe auch Uni Kassel

Nanoporen für sauberes Trinkwasser 

Zwei Filmbeiträge zum Thema 

Ich habe sofort eine Mail an die Erfinder/Entwickler am Institut für Siedlungswasserwirtschaft der Uni Kassel geschickt, um die aktuellen Preise zu erfahren. In einem Video von 2009 wird ein Preis von 700 € genannt. Dieser Folter wäre sicher etwas für den Einsatz in nigerianischen Dörfern.

Viele Grüße

Paul Krämer

Hier kleine Photogalerie

12.10.12

Sehr geehrter Herr Dr. Krämer,

ganz herzlichen  Dank für Ihr Interesse an PAUL und Ihre Anfrage. Sie können PAUL hier bei uns beziehen. Der Nettopreis beträgt 840 EUR – formlose Bestellung per Email Herrn Prof. Frechen (frechen@uni-kassel.de) oder an mich mit Angabe der Rechnungs- und Versandadresse reicht aus. Verpackung und Versand innerhalb Deutschlands kosten 20 EUR pro Stück. Wir übernehmen aber keine Logistik/Organisation von Fern-Transporten per Flugzeug oder Schiff.

Wenn Sie weitere Informationen benötigen, bitte einfach fragen! Wir würden uns freuen, mit Ihnen in Kontakt zu bleiben.

Mit freundlichen Grüßen / Best Regards

Dr.-Ing. Wernfried Schier

 Flyer (PAUL stellt sich vor), 119kb pdf



3.10.12 Liebe Leute,

Lest bitte einmal  diesen Bericht der BBC. Mit der Flut kamen Krokodile, Schlangen und Flusspferde in die Dörfer und Häuser. Die Behörden warnen die Menschen jetzt zurückzukehren. Hunderttausende sind vor den Wassermassen geflohen.

Viel Grüße

Paul



30.9.12

Liebe Leute,

die unterstehende Mail habe ich gestern an die Zuschauerredaktion des ARD geschickt. An das ZDF hatte ich schon vorher eine ähnliche Mail gesandt.

Viele Grüße

Paul

 


29.9.12 

Meine Damen und Herren von der Redaktion,

ich wundere mich, dass über die katastrophale Flut in Nigeria nicht wie über diejenige in Andalusien berichtet wird. Dies sollte rasch nahgeholt werden. Informationsquellen sind z.B. 

  1. Famine, Nigeria and global food crisis“ in der nigerianischen Zeitung „Vanguard“ vom 10. September 2012, siehe hier

  2. Flood: sorrow, agony nationwide, 

  3. The impact of urbanization on Kaduna River Flooding (pdf)

  4. Klima-Ereignisse dieser Art sind vorausgesagt worden; siehe den Vortrag von Dr. Stefan Cramer auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum „Nigeria: Too rich for dignity and the law?“ (hier runterladen, pdf)

Nach diesen massiven Überschwemmungen muss u. a. mit dem Ausbruch von Seuchen gerechnet werden.

Die Telefon- und Mailverbindungen nach Nigeria sind zur Zeit offenbar gestört, so dass wir Schwierigkeiten haben, unsere Partner in Nigeria zu kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Paul Krämer


 

27.9.12


Liebe Leute,

lest bitte einmal den Artikel „Famine, Nigeria and global food crisis“ in der nigerianischen Zeitung „Vanguard“ vom 10. September 2012, siehe


Viele Grüße

Paul


 
3.9.12

Liebe Leute,

am 22.August 2012 hat die Menschheit die Biokapazität, die ihr bei nachhaltiger Nutzung für das ganze Jahr zur Verfügung stände, vorzeitig erschöpft. Es war der „Global Overshoot Day“. Das „Global Footprint Network“ hat auch eine deutschsprachige Version, Allerdings sind nicht alle Texte auf Deutsch verfügbar.  Interessant ist auch der ökologische Fußabdruck einzelner Nationen, auch der Länder der Partner von LHL.

Viele Grüße

Paul



26.8.12

Liebe Leute,

nachdem Yahaya mich gestern telefonisch nicht erreicht hatte, konnte ich am Abend mit ihm sprechen. ..... Die Regenzeit hat zu Überschwemmungen geführt und auch Brunnen überflutet. Trinkwasser ist Mangelware. Magendarminfektionen breiten sich aus. Daher hatte Yahaya – was ich schon ... wusste – gebeten, noch einmal eine Spendenaktion für Wasserfilter aus chinesischer Produktion durchzuführen, die im Lande beschafft werden können. Sie kosten etwa 15 USD pro Stück. Wir haben das schon einmal vor 2 Jahren gemacht während einer Cholera-Epidemie. ...

Mir fiel übrigens ein, dass es eine Organisation gibt, welche bei an lokale Töpferei-Traditionen anknüpft und hilft ,Fabriken für die Herstellung von Wasserfiltern in Entwicklungsländern zu errichten, nämlich POTTERS FOR PEACE. Es sieht so aus, als ob es schon eine derartige Fabrik in Nigeria gibt: “The following is a list of factories built by Potters for Peace.  HEART is partnering with Potters for Peace (an NGO in the USA and Nicaragua) in Guatemala, Nicaragua, and Nigeria. We are looking for NGO partners to expand into the remainder of the countries”, siehe hier...

Viele Grüße

Paul



9.8.12

Liebe Leute,

schaut Euch doch bitte einmal diesen Link an Es wird berichtet über einen Vortrag von Yahaya bei der  „Nigerian Alliance for Clean Sookstoves“. Allerdings wird der Save80 nicht erwähnt:  Interessant ist, dass Ron Bills von der Firma Envirofit erklärt hat, seine Firma wolle in Nigeria eine Fabrik eröffnen.

Viele Grüße

Paul



23.7.12

Hallo liebe Leute,

Die Firma Enercap SAS will − teilfinanziert über ein PoA − insgesamt 300 Millionen PV-LED Lampen in 17 afrikanischen Ländern unter die Leute bringen: ENERCAP SunLighting™ Africa – Programme to replace kerosene lamps with micro PV LED systems in the Sub-Sahara region: Angola, Burkina Faso, Benin, Democratic Republic of the Congo, Côte d’Ivoire, Cameroon, Ethiopia, Gabon, Ghana, Guinea, Kenya, Mauritania, Niger, Nigeria, Senegal, Chad, Togo, siehe hierDerzeit läuft die Frist für Einwendungen.

Viele Grüße

Paul


Offener Brief von LHL


(als pdf, 47,4 kb) an den Bundestagsabgeordneten Hartwig Fischer (CDU)
 



Herrn Hartwig Fischer MdB

Platz der Republik 1

11011 Berlin


Ihre Anfrage an die Deutsche Botschaft in Nigeria

Export von Holzsparöfen nach Nigeria“ Soest, 08.04.2009


Sehr geehrter Herr Abgeordneter Fischer,

Ihr Büroleiter, Herr Niestroj, hat unserem Verein die Antwort der Deutschen Botschaft auf Ihr Schreiben vom 17.12.2008 zugeleitet. Demnach erlaubt die derzeitige Rechtslage keine zollfreie Einfuhr der Holzsparöfen.

Dazu nehme ich wie folgt Stellung:

Eine Berücksichtigung sozial- und umweltrelevanter Gesichtspunkte bei der Festsetzung von Zolltarifen wird auch von kompetenten nicht-staatlichen Stellen in Nigeria gefordert: Another element of the policy framework is the creation of innovative fiscal and market incentives to encourage the renewable energy technology supply industry. Fiscal incentives will include preferential customs duty exemption for imported renewable energy technology components, tax credits, capital incentives and opportunities for long term preferential loans. In the short-term, the Renewable Energy Master Plan proposes a moratorium on import duties for renewable energy technologies” (Renewable Energy Master Plan, ICEED, 

Die Regierung Nigerias hat eine Reihe von internationalen Abkommen unterzeichnet, z. B. das Kyoto-Protokoll, die Biodiversitätskonvention (CBD), die „Convention to Combat Desertification“ (UNCCD) und hat eine Strategie zur Armutsbekämpfung vorgelegt (PRSP, in Nigeria NEEDS, d..h. „Economic Empowerment and Development Strategy“ genannt). Damit hat sich das Land zur Unterstützung der Ziele dieser Abkommen verpflichtet.

Nigeria strebt auch offiziell die Millenium Development Goals (MDGs) an. Schließlich haben nigerianische Regierungsstellen mehrfach um Hilfe bei der Anpassung an den Klimawandel gebeten. Unser Projekt und die geplanten Nachfolgeprojekte sind eine solche Hilfe zur Anpassung.

Während aber andere Länder diese Unterstützung durch finanzielle Anreize (incentives) für einschlägige Projekte konkretisieren, werden diese in Nigeria durch hohe Zölle und andere Gebühren geschwächt bzw. unmöglich gemacht, d. h. hier haben wir es mit „fiscal disincentives“ zu tun. Die Abläufe in den beiden Häfen von Lagos und beim Zoll sind undurchsichtig und riechen nach Korruption. Auch legal eingeführte Container riskieren, nicht an ihre Adressaten ausgeliefert und nach längerer Lagerzeit durch den Zoll versteigert zu werden. Von deutscher Seite werden diese Zustände nicht mit dem nötigen Nachdruck angesprochen. So hat das Bundespräsidialamt es trotz unserer Bitte abgelehnt, den Bundespräsidenten mit dem Thema zu befassen.

Diese Weigerung wirkt wie eine Illustration zu der vom BMZ in Auftrag gegebenen Studie von Ulf Engel und Jenny Kuhlmann „Entwicklungszusammenarbeit mit Nigeria − eine Analyse aus der Ankerlandperspektive: „Die gegenwärtigen Beziehungen zwischen Deutschland und Nigeria werden dem spezifischen Anspruch, wie er mit einer Ankerlandperspektive verbunden ist, in keiner Weise gerecht. Wenn die vom DIE1 formulierte Position zu Grunde gelegt wird, dass die EZ mit Ankerländern nicht nur an der entwicklungspolitischen Wirkung gemessen werden muss, sondern darüber hinaus auch daran, ob das Partnerland substanzielle Eigenleistungen erbringt (Subsidiarität), ob ferner ein Beitrag zur Lösung regionaler und globaler Strukturprobleme erbracht wird, der positiv auf die Region des westlichen Afrika ausstrahlt, und ob schließlich im Rahmen einer gleichberechtigten Partnerschaft mit Deutschland die Zusammenarbeit auch in beiderseitigem Interesse ist, dann liegt nahe, dass das gesamte Portfolio der EZ, aber auch die Aufstellung anderer Politikbereiche, diesen Ansprüchen nicht genügt – allein weil hierfür die entsprechenden Mittel nicht bereitgestellt werden und weil der Politikdialog nicht systematisch und ohne ausreichende symbolische Aufwertung geführt wird (z.B. hinsichtlich der Frequenz von Gesprächen und des Status der beteiligten deutschen Gesprächspartner). Von den Voraussetzungen für die Begründung einer strategischen Partnerschaft mit Nigeria ist die Bundesrepublik daher weit entfernt“ (DIE Discussion Paper 13/2007, Seite.33),


Die Autoren der genannten Studie schließen, dass die Frage ob es gelingt, die MDGs (insbesondere MDG 1 „Poverty Reduction“ und MDG 7 „Environmental Stability“) in Westafrika zu realisieren, in Nigeria entschieden wird.

Nach dem Staatsbesuch des Bundespräsidenten vom November 2008 sowie der 4. Konferenz Partnerschaft mit Afrika“ in Abuja wird erkennbar, dass auch die vom BP verkündete Energie-Partnerschaft mit Nigeria einseitig auf die Lieferungen von Gas und Öl in Richtung Europa ausgerichtet ist, wie aus Veröffentlichungen z.B. in der taz und im Dow Jones Business Newsletter hervorgeht. Diese „Partnerschaft“ wird den Erwartungen der Zivilgesellschaft in beiden Ländern nicht gerecht.

Unsere Bemühungen zielen nicht auf eine Einzelfall- oder Ausnahmeregelung ab um eine zollfreie Einfuhr von Holzsparöfen zu erreichen, sondern auf eine Änderung der aktuellen Rechtslage selbst im Sinne von mehr Konsistenz und „Guter Regierungsführung“ zu erreichen. Ein mündliches Vorsprechen von Botschaftsangehörigen im Finanzministerium ist daher nicht ausreichend.

Mit freundlichen Grüßen

Paul Krämer

(Dr. Paul Krämer DTPH, Mitglied des Vorstands von Lernen – Helfen – Leben e.V.)


Haushaltsenergie

GTZ-Tagung „In Focus: Household Energy“, in der Hermes-Akademie Bonn, 15-17. Dezember 2008

Die Tagung muss man als gelungen bezeichnen. Das lag an den Referenten sowohl als an den Teilnehmern, aber auch an dem gebotenen reichhaltigen Informationsmaterial. Hervorzuheben sind eine neue Broschüre (mit CD) der WHO mit dem Titel „A Catalogue of Methods, Evaluating household energy and health interventions“, die uns eine Menge Anregungen geben kann. Auch die GTZ hatte eine sehr gute CD mit dem Titel „Cooking Energy Compendium“ ausgelegt. Es gab hochrangige Referenten wie Dr. Miguel Trossero (Holzenergie) von der FAO und Dr. Eva Rehfuess von der WHO (Innenraumluftbelastung durch Festbrennstoffe), und natürlich zahlreiche Referenten aus der GTZ einschließlich ihrer Projekte. An NRO-Projekten wurden vorgestellt bzw. waren vertreten ADES mit einem Solarkocher-Projekt in Madagascar (VER-Projekt mit Myclimate), die Zoologische Gesellschaft Frankfurt mit einem sehr guten Beitrag über den Zusammenhang zwischen der Holzkohleherstellung, der Entwaldung und dem Verlust des Lebensraumes der Berggorillas im Ostkongo, sowie Projekten von DED und Welthungerhilfe und Myyclimate.

Obwohl niemand von LHL referiert hat, erregten doch unsere Diskussionsbeiträge viel Aufmerksamkeit, so dass wwir von einer Reihe von Leuten angesprochen wurden.

Wenn auch von einigen Teilnehmern die Abwesenheit der eingeladenen Politiker beklagt wurde, empfand ich dies eher als Gewinn, denn so bliebenwir von Floskeln weitgehend verschont. Bei den abschließenden Empfehlungen an Politiker, Forschungsvertreter und Durchführer konnten wir auch auf den Widerspruch hinweisen, der darin liegt, dass sowohl die deutsche Regierung als auch die EU von einer „Energie-Partnerschaft“ mit Afrika spricht, aber den Sektor Haushaltsenergie völlig ausspart, obwohl dieser den größten Brocken darstellt (in Nigeria rund 50 % am Gesamtverbrauch).

Interessant war auch zu erfahren, dass die GTZ im Senegal ein CDM-Projekt vorbereitet, das aber noch nicht so weit ist wie wir von LHL. Man tut sich schwer damit, den Anteil der nicht-erneuerbaren Biomasse zu beziffern.

Wichtig waren auch die persönlichen Gespräche, so z. B. mit Christa Roth, die sich zum Jahresbeginn selbständig macht und sich speziell mit dem Monitoring der Luftqualität in Binnenräumen befassen will, wofür sie die erforderlichen Messgeräte hat bzw. beschaffen wird.

Die Tagung soll eine Fortsetzung finden; in welchem Rhythmus, in welchem Land und in welcher Sprache steht noch nicht fest. Diesmal war die Sprache Deutsch mit englischer Übersetzung.

Dr. Paul Krämer

Link: GTZ


1.Dezember 2008

Offener Brief von LHL an das Bundespräsidialamt


Der deutsche Bundespräsident Köhler war vor wenigen Wochen zu einem Staatsbesuch in Nigeria. LHL hatte sein Büro gebeten, er möge unsere Probleme mit den nigerianischen Behörden ansprechen, welche die Verbreitung des SAVE80-Kochers aus bürokratischen Gründen massiv behindern. Der Bundespräsident ist über unser Anliegen überhaupt nicht informiert worden, man verwies uns auf die Ministerialbürokratie. LHL sieht dies anders und hat heute, 1. Dezember 2008, einen offenen Brief an das Bundespräsidialamt geschrieben, mit allen Argumenten für eine Intervention zugunsten des SAVE80:


Sehr geehrter Herr Diehl,

Ich empfehle Ihnen die Lektüre des Artikels von Thomas Mösch (Deutsche Welle):

"Die Ursachen der Unruhen in Nigeria müssen offen angesprochen werden"

http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3837710,00.html

Er trifft genau den Punkt, auf den es ankommt. Dabei liegt die Schuld auch auf der deutschen Seite. So wurden die Probleme beim Besuch des Bundespräsidenten in Nigeria zwar allgemein angesprochen, wie der Scobel-Filmbericht gezeigt hat. Aber gleichzeitig kommt die Weigerung des Bundespräsidialamtes, den Bundespräsidenten mit einem konkreten Fall zu befassen, einem Dementi wohlklingender Erklärungen gleich. Anstatt meinen Brief dem Bundespräsidenten vorzulegen, haben Sie auf die Fachressorts und mitreisende Parlamentarier verwiesen; m.a.W. wir wurden abgewimmelt.

Ein Container, dessen Inhalt für unsere Partnerorganisation DARE und zwar für Jos bestimmt ist, liegt seit 3 Monaten ohne Freigabe in Lagos fest. Das Problem, welches ich dem Bundespräsidenten vorgelegt habe, ist nicht das eines Einzelprojektes, wie Sie schreiben, sondern ein generelles. Es kann nicht auf der ministeriellen Ebene gelöst werden, und schon gar nicht durch deutsche Ministerialbeamte.

Der „Renewable Energy Master Plan“ für Nigeria kennzeichnet im Kapitel 6 die Situation unter der Überschrift: „Risk Identification and Analysis, Policy and Political Risks“:

Outlined Policies not adopted,

Policy inconsistency, instability and contending interests within Government,

Risk of policy implementation short-sightedness,

Lack of continuity in government policies.

Unter den Behinderungen, die der REMP aufführt, sind weiter zu nennen:

Tariff and non-tariff barriers which on the average exceed those of other ECOWAS countries,

Corruption and public sector mismanagement of policy programmes and projects.

Dass es sich bei unserem Problem nicht um einen Einzelfall handelt, zeigt auch die folgende Passage aus dem REMP:

Counterpart funding. Projects requiring counterpart funding have found Nigeria wanting in the past, with the result that programmes and projects get off to a delayed or slow start and in some cases a no-start at all. Investing in realistic projects and increased political will to back them up is essential. 

Exakt diese Situation kennzeichnet die derzeitigen Handels- und Geschäftsbedingungen: undurchsichtige Abfertigungsmodalitäten, unbegründete Verzögerungen, die zu endlosen Liegezeiten und damit zu hohen Lagergebühren führen, und inakzeptabel hohe Zölle, die die Kosten der Produkte unnötig verteuern und damit nahezu unerschwinglich machen. Vermutlich sollen die Kunden solange zermürbt werden, bis sie Bestechungsgelder zahlen. Ein entsprechender telefonischer Hinweis, wie die Freigabe der Container beschleunigt werden könne, ist bei unserer Partnerorganisation DARE eingegangen. So erreichen die „Partner“ Nigeria und Deutschland das Gegenteil dessen, was sie verlautbaren lassen.

Bei einer Nichtregierungsorganisation wie der unseren erzeugt der Verweis des Bundespräsidialamtes auf die Fachressorts ein massives Problem der Glaubwürdigkeit deutscher Politik. Wir erwarten, dass die sowohl von der deutschen als auch von der nigerianischen Seite deklarierten Ziele, nämlich Partnerschaft und gute Regierungsführung (Good Governance), endlich in die Praxis umgesetzt werden. Den politischen Willen dazu dürfen wir nicht nur von der nigerianischen Seite einfordern, sondern auch von der deutschen, einschließlich des Bundespräsidialamtes. Beim Bundespräsidenten setze ich ihn voraus. Er muss aber informiert werden.

Ein weiteres Problem ist, dass die „Energie-Partnerschaft“ zwischen Deutschland und Nigeria die Holzenergie offenbar gar nicht einschließt, obwohl die Masse der Bevölkerung auf Holz als Kochenergie angewiesen ist, weil sie Kerosin und LPG oder gar Elektrizität zum Kochen immer weniger leisten kann. Darum kehrt sie massiv zum Holz zurück, mit verheerenden Folgen für die verbleibenden Baumbestände und das Klima. Da das Holz nicht wenigstens effektiv genutzt wird, weil Projekte wie das unsere behindert werden, wird die Situation verschlimmert. Auch die „Energiepartnerschaft“ zwischen der EU und Afrika scheint zu verdrängen, dass es ein Problem mit der Ressource Holz gibt. 

Die muslimischen „Siedler“ aus dem Norden, die Thomas Mösch in seinem Beitrag erwähnt,  sind Umweltflüchtlinge, die infolge der massiven Entwaldung und Wüstenausbreitung in ihren Heimatregionen keine Lebensmöglichkeiten mehr haben. Das hat der Leiter von DARE, Yahaya Ahmed (früher bei der Deutschen Welle) eindrücklich beschrieben. Unsere Partnerorganisation DARE besteht etwa je zur Hälfte aus Christen und Muslimen. Der Einsatz für Umwelt und Ressourcenschonung könnte beide Bevölkerungsgruppen – Einheimische und Siedler, Christen und Muslime – friedlich zusammenführen. Aber das Ausbleiben des Containers führt dazu, dass das Personal von DARE in Jos nicht arbeiten, und, da Verkaufserlöse ausbleiben, vielleicht bald nicht mehr bezahlt werden kann.

Hier sind erneut die Hinweise auf unser „Project Design Document“.

anschließend auf PDD klicken. Auch über die Netzseite des TÜV Nord kann man das PDD sowie die Projekt-Dokumente zum Goldstandard herunterladen. Weitere Informationen zu unseren Projekten gibt es unter LHL.

Ein Team des TÜV Nord (Technischer Überwachungsverein Nord, der bei CDM als „Designated Operational Entity“ (DOE) agiert, soll heute (1.12.08) nach Nigeria reisen, um unser Projekt zu prüfen (validieren). Hoffentlich gibt es nicht im letzten Moment eine Absage.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Paul Krämer, Vorstandsmitglied von LHL