LHL in der Presse - 2008



Projekte mit Menschen in Afrika


Diepholzer Kreiszeitung, 29.9.08

DIEPHOLZ/BARNSTORF (cm)

Gute Stimmung lag in der Luft, als am Freitagabend Mitglieder und Freunde anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Vereins Lernen-Helfen-Leben (LHL) im Diepholzer Rathaus zusammentrafen.

Der Vorsitzende Jürgen Marquardt begrüßte neben seinen Kollegen und Freunden von LHL, mehrheitlich aus dem Raum Diepholz, Vertreter von Partnerorganisationen aus dem Tschad, Nigeria, Kongo und dem Irak sowie Prof. Dr. Wilfried Schröder, Vorsitzender des Agenda 21 Fördervereins aus Diepholz, und den Vizepräsidenten des niedersächsischen Landtags, Vorsitzenden der Agenda-21 Stiftung und stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Diep holz, Hans-Werner Schwarz.

Förderverein und Stiftung unterstützen den Barnstorfer Verein nach Kräften, eine Hilfe. "Wir tun gut daran, denjenigen zu Helfen, denen es noch nicht so gut geht wie uns", so Prof. Dr. Schröder in seiner Rede, die er für seine Gäste ohne Probleme auch in Französisch und Englisch vortrug und damit Sprachbarrieren aus dem Weg räumte.

Bei der Feier '20 Jahre LHL' im Diepholzer Rathaus: (von links): Yahaya Ahmed aus Nigeria, Dr. Paul Krämer (Tropenarzt), Frau Bothmani aus dem Irak, Milisor Kourkaou aus dem Tschad, Abdallah Diop aus dem Tschad, Prof. Dr. Winfried Schröder aus Diepholz, LHL-Vorsitzender Jürgen Marquardt und Habiba Ahmed aus Nigeria.

Gegründet wurde Lernen-Helfen-Leben von Burghard Sievers im Jahr 1988 im Welt-Haus in Barnstorf aus dem Wunsch heraus, den Bedürftigen in Afrika bei den mehr oder weniger erfolgreichen Entwicklungsprojekten des Deutschen Entwicklungsdienstes DED beizustehen. "Mit den Menschen in Afrika, sollte die gemeinsame Aktion erwachsen, die zu einem besseren Leben verhelfen sollte, lernen, helfen, leben", sagt Jürgen Marquardt. Auch wenn es den Gründer schon bald wieder wegzog, sollte sein Projekt auch ohne ihn Stück für Stück wachsen.

1995 wurde der LHL beispielsweise von dem Entwicklungshelfer Reinhardt Hell-Neubert und dem Lehrer Milisor Kourkaou der Organisation JARABE um Hilfe gebeten, sich der desolaten Lage des tschadischen Schulsystems zuzuwenden. Nachdem durch den Verein Geld gesammelt hatte und mehrere Klassenräume erbaut wurden, ermöglichten einer Großzahl von Mädchen in der Region von Milisor Kourkaou den Besuch der Schulen. Auch in letzter Zeit kam es dank dem Aldegrever-Gymnasium aus Soest, der Realschule Diepholz oder dem Afrikatag der Graf-Friedrich-Schule zu Spenden aus der Region.

Bis heute folgten weitere Aktionen wie Pumpenprojekte im Senegal oder Aufforstungsprojekte im Kongo. Diese Hilfe sei "nachhaltiger und näher dran an den Menschen, als die staatliche Hilfe", so der Agenda 21 Stiftungsvorsitzende Hans-Werner Schwarz, worauf Abdallah Diop, Partner der LHL aus dem südlichen Tschad, ergänzte, dass Aktionen, wie der Bau eines Schuldachs in Deutschland klein wirkten, in seiner Heimat aber "große Wirkung" haben würden.

Anschaulich wurde die Arbeit durch die Entwicklung eines äußerst effizienten Holzherds, dem "Save-80" und eines Wärmebehälters für Speisen, der "Wonder Box", um dem hohen Holzverbrauch der Bewohner von Nigeria und dem damit verbundenen Baumsterben entgegen zu wirken.

Zwischen den beeindruckenden Beiträgen der Diepholzer Förderer und ihrer afrikanischen Partner untermalte der in Senegal lebende Musiker Martin Wobken mit stimmigen Gitarrenklängen und Liedern den deutsch-afrikanischen Abend.

Den erfolgreichen Abend rundete ein kleines Buffet ab, bei dem sich die Anwesenden für das an junge Leute gerichtete Seminar "Afrika - zwischen Handelsbarrieren und Klimaschutz" stärkten, das am Wochenende mit den afrikanischen Partnern im Barnstorfer Welthaus stattfand. • 29.09.2008



PRESSEERKLÄRUNG LHL vom 16.9.08

19.9.08, Düsseldorf: Karin Kortmann kommt im Solarauto


UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon fährt im Solarauto zum Büro“ war die Nachricht, die vor ein paar Tagen im Düsseldorfer Büro von Lernen-Helfen-Leben e.V. (www.l-h-l.org) auf den Tisch flatterte. Na, läßt sich sowas nicht auch in Düsseldorf machen? Aber ja, verfügt doch das Franz-Jürgens-Berufskolleg in Bilk über SAM, ein SolarAutoMobil. „Ja, das fährt“, hatte neulich Hubert Ackermann, Berufsschullehrer und Mitbegründer des dortigen Eine-Welt-Labors gesagt. LHL kooperiert schon seit zwei Jahren für das Nigeria-Projekt mit dem Eine-Welt-Labor. Und das ist gespickt voll mit Solartechnik, bildet nicht nur Elektriker sowie Sanitär- und Heizungstechniker aus, sondern auch ausländische Studierende und Schüler anderer Düsseldorfer Schulen, die zu Projekttagen in die Bilker Färberstraße kommen. Und als Gastrednerin hat sich für diesen Freitag die Düsseldorfer Staatssekretärin im Entwicklungshilfeministerium, Frau Karin Kortmann, angesagt. Thema: Das BMZ und Nichtregierungsorganisationen. Also: Wir wollen wissen, wie sich das mit staatlicher und nicht-staatlicher Entwicklungshilfe verhält. Für einen vor allem ehrenamtlich tätigen Verein wie LHL (und viele andere) ein durchaus spannendes Thema. Aber LHL hat auch Gäste aus Afrika in Düsseldorf zu Besuch: Yahaya Ahmed, ein früherer Redakteur der Deutschen Welle in Bonn, kümmert sich jetzt mit seiner Frau Habiba Ali um holzsparende Öfen in seiner Heimat. Beide stellen ihr Projekt am Freitag im Berufskolleg vor. Dann Milisor Kourkaou und Abdallah Diop aus dem Tschad. LHL fördert in diesem Land u.a. den Schulbesuch von Mädchen. Und auch der deutsche Entwicklungshelfer Martin Wobken kommt, der im Senegal junge Leute im Brunnenbau ausbildet. Frau Kortmann soll nun vom Hauptbahnhof mit dem Solarauto abgeholt werden. Immerhin fahren diese in Düsseldorf noch nicht an jeder Ecke rum. Der „große Bahnhof“ für Frau Kortmann findet dann am Freitag, 19.9. gegen 17.45 Uhr vor dem Franz-Jürgens-Berufskolleg in der Färberstraße statt. Und anschließend will LHL dort im Rahmen der Düsseldorfer Eine-Welt-Tage seine Projekte in Afrika zum Thema „Bäume – Öfen – Brunnen - Afrikanische Zukunftsprogramme“ vorstellen. Zu sehen ist übrigens im Berufskolleg außerdem noch die Photoausstellung "Augenblicke" von dem französischen Photographen Hervé Vincent, der seit über 30 Jahren Bilder von den Bewohnern des Luberon (Provénce) macht. Seit mehreren Jahren reist er regelmäßig mit seiner Kamera durch den Tschad. Er zeigt Szenen, die uns berühren und uns nachdenklich machen. Dies ist eine Leihgabe der französischen LHL-Partnerorganisation L'Appel. Marcel und Francoise Vogelsberger von L'Appel-Essone sind nach Düsseldorf gekommen und werden ab 16 Uhr durch die Ausstellung führen. Zuschauer und Zuhörer ausdrücklich erwünscht!  

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Hilfsprojekte mit Partnern in Afrika

Verein Lernen-Helfen-Leben feiert 20-jähriges Bestehen

Artikel im Diepholzer Kreisblatt, 8. Sept. 2008

DIEPHOLZ/BARNSTORF Der Verein Lernen-Helfen-Leben (LHL) feiert Geburtstag: Er wurde 1988 in Barnstorf gegründet und ist nun 20 Jahre jung. Gerade in den letzten Jahren haben sich die Aktivitäten des Vereins zur Förderung von Projekten in Afrika beachtlich ausgeweitet.

Vorsitzender Jürgen Marquardt (Vechta): "Der Verein Jarabe im südwestlichen Tschad ist weiterhin ein bevorzugter Partner von LHL, weil die politischen Verhältnisse so schwierig sind, dass wir unsere langjährigen Partner bei ihren Planungen wirklich nicht im Stich lassen dürfen. LHL ist glücklich, dass wir Anfang des Jahres mithelfen konnten, einen zusätzlichen Klassenraum für das Lycée (weiterführende Schule/Gymnasium, d. Red.) zu erstellen."

Mit Hilfe privater Spenden ist es vor kurzem gelungen, einer Initiative von Müttern in einem abgelegenen Dorf zu ermöglichen, ein festes Dach auf die von ihnen ohne auswärtige Hilfe und ohne Unterstützung der Väter gebaute Grundschule aufsetzen zu können.

Die Realschule in Diepholz hatte schon 2006 einen Betrag dafür gespendet.

Es sind zwei große weitere Projekte dazu gekommen. In Nigeria kooperieren Lernen - Helfen - Leben mir der einheimischen Organisation Dare, um einen hoch effektiven Holzherd einzuführen, der nur ein Fünftel des sonst benötigten Brennholzes erfordert und viele weitere Vorteile hat.

Dieses Projekt hat Pilotcharakter und ist daher im März von der gGmbH Atmosfair in Berlin gefördert worden.

Weiterhin hat in diesem Jahr ein größeres mehrjähriges Projekt der Wiederaufforstung und des Agroforesting im östlichen Kongo begonnen, welches vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird.

LHL möchte seine Aktivitäten einer größeren Öffentlichkeit vorstellen und hat mehrere Veranstaltungen in der zweiten Septemberhälfte vorbereitet.

Die zentrale Veranstaltung wird am Freitag, 26. September, um 18 Uhr im Rathaus der Stadt Diepholz stattfinden. Dort werden auch alle unsere Gäste aus Afrika ihre Projekte vorstellen.

Am Wochenende 27./28. September führt Lernen - Helfen - Leben in Kooperation mit dem niedersächsischen Umweltnetzwerk "Janun" ein Seminar in Barnstorf durch, das von jungen Leuten vorbereitet wird und sich an junge Leute wendet, die Interesse an Kontakten zu Afrika und an Diensten in Afrika haben.

Die Gäste aus dem Tschad, aus Nigeria, aus dem Kongo und aus dem Senegal stehen darüber hinaus für Veranstaltungen in Schulen und Vereinen zur Verfügung. (Telefonische Kontaktaufnahme unter 04441..., 05441-4798 oder 0211-312608).

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage von LHL e.V. www.l-h-l.org. • 08.09.2008

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LHL im Greenpeace-Magazin

In der Ausgabe 4.08 des Greenpeace-Magazins (524 kb, pdf) ist ein Artikel über unser Projekt mit dem holzsparenden SAVE80-Kocher in Nord-Nigeria erschienen. In dem Artikel werden sechs Unternehmen vorgestellt, die sich dem Thema CO2-Reduzierung widmen. Zurückgehend auf die Beschlüsse der Klimakonferenz in Kyoto wird von den untersuchten Firmen die Möglichkeit geboten, die hier erzeugten CO2-Klimagase durch CO2-Einsparprojekte in der Dritten Welt auszugleichen (im Fachjargon als Clean Development Mechanism bezeichnet). Wie in vielen anderen Ländern auch dringt im Norden Nigerias jedes Jahr die Wüste weiter in den Süden vor. Nigeria hat nur noch 35 % der ursprünglichen Wälder, im Norden ist schon alles abgeholzt - und überall wird noch auf dem Drei-Steine-Ofen mit reichlich Holz – wenn es feucht ist auch mit viel Kerosin - gekocht, das inzwischen teurer ist als das Essen.


Bild: Unser Holzsparkocher SAVE80 bei einer Vorführung in einer Dorfgemeinde

Unser hocheffizienter Holzsparkocher SAVE80 mindert den Holzverbrauch um 80%. Unser Projekt entwickeln wir zusammen mit atmosfair, einer der sechs Anbieter von CDM-Projekten. Die 80% Einsparung muss nicht nur in Feldversuchen bewiesen werden, sondern auch durch ständiges Monitoring nachgewiesen werden. Dieses verlangt der Gold-Standard, die strengste aller Richtlinien, die nur wenigen Anbietern als Maßstab dient. Es ist daher kein Wunder, wenn atmosfair auch in diesem „Test“ als Sieger hervorgeht.




Bild: SAVE80 mit zwei Frauen (Habiba und Kathrin) und 15 Männern


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Der Spiegel Nr.19 vom 5. Mai 2008 befasst sich mit dem Thema "Verbraucherschutz" und mit dem Wert zertifizierter Prüfsiegel. Zum Schluß wird "atmosfair" erwähnt, welches für das Nigeria-Projekt von LHL den CDM-Gold-Standard anstrebt.
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Eine Bericht über das LHL-Nigeria-Projekt auf der Webseite von DIE GRÜNEN in Soest
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Bericht über die atmosfair-Preisverleihung im Soester Anzeiger vom 26.3.08
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Presseerklärung von LHL vom 20.3.08 zur Verleihung des Klimaschutzpreise von atmosfair (pdf, 239,5 kb)
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Diepholzer Kreiszeitung 25.2.08

Presseerklärung vom 8. Februar 2008 zu den Unruhen im Tschad

Die militärischen Auseinandersetzungen in der Hauptstadt N’Djamena und die sich verschlechternden politischen Rahmenbedingungen in der Republik Tschad geben uns Anlaß zu großer Sorge. Zwar gelang es dem Präsidenten und seinen Anhängern, die Angriffe von drei vereinigten Rebellengruppen abzuwehren, dies gelang aber nur, weil ihm wieder einmal die französische Garnison im Lande zumindest logistisch half und weil der Präsident seine wenigen noch ihm ergebenen Truppen mit teuren Waffensystemen ausgerüstet hatte. Das Geld dafür hatte er genommen aus dem Verkauf des im Süden des Landes geförderten Erdöls. Im Widerspruch zu früher gegebenen gesetzlichen Zusicherungen benutzte der Präsident die Gelder statt für die Bekämpfung der Armut im Lande für den Kauf von Waffen.

Die sich verschlechternde politische Lage zeigt sich darin, dass eine ganze Reihe von Politikern aus oppositionellen Parteien noch während der Kämpfe um die Stadt verhaftet wurden und seitdem nicht auffindbar sind. Mitglieder von LHL haben den Präsidenten des Tschad und den Botschafter des Tschad in Brüssel schriftlich gefragt, wo sich die Verhafteten aufhalten und auf welcher Rechtsgrundlage sie festgehalten werden. Zudem wurde gefordert, Rechtsanwälten den Zutritt zu gestatten und ggf. medizinische Hilfe zu leisten.

In der ganzen verfahrenen Situation gibt es einen kleinen Lichtblick: der Südwesten des Tschad, in dem der Partnerverein von LHL beheimatet ist, wurde bisher nicht von den Kampfhandlungen betroffen und ist bisher ruhig geblieben. Nach außen geht dort alles seinen ganz normalen Gang. Trotzdem müssen wir befürchten, dass die Kooperation mit unserem Partnerverein auf längere Sicht hin sehr erschwert sein wird. Dazu gehört, dass der Deutsche Entwicklungsdienst alle seine Mitarbeiter aus dem Tschad abgezogen hat. Er war für LHL immer eine wichtige logistische Stütze.

Wegen der wieder unsicher geworden Menschenrechtslage im Tschad wird es deutlich schwieriger werden, wenn nicht gar unmöglich, Sponsoren für anspruchvollere Projekt dort zu finden.

Wir befürchten außerdem, dass niemand von unserem Partnerverein unserer Einladung zu der Feier des zwanzigjährigen Bestehens von LHL im Herbst 2008 folgen kann. Umgekehrt kann kein Mitglied von LHL teilnehmen an der Feier des Partnervereins aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens.

Noch in einer anderen Weise ist LHL von den Auseinandersetzungen betroffen. In 2007 hat LHL ein größeres Projekt der Einführung von hocheffizienten holzsparenden Herden im Norden Nigerias begonnen. Dort ist unser neuer Partnerverein DARE gebeten worden, bei der Versorgung der tschadischen Flüchtlinge im nigerianischen Grenzland zum Tschad mit solchen Herden auszuhelfen, da es schon zu Streitigkeiten mit der ansässigen Bevölkerung um die letzten Holzvorräte gekommen ist.

Die politische Lage im der Republik Tschad und im Grenzgebiet zum Sudan, in Darfur, ist selbst für Fachleute schwer durchschaubar. Die Lage wird noch dadurch erschwert, dass China als Mitglied des UN-Sicherheitsrates bisher alle Beschlüsse zugunsten eines Schutzes der Flüchtlinge blockiert hat, weil es den Sudan als Lieferanten von Rohöl nicht verlieren will. (LHL)

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